Zum Tag des indigenen Widerstands am 12. Oktober macht die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) auf die zunehmende Kriminalisierung indigener Aktivisten in Ecuador aufmerksam. Seit Wochen protestieren indigene Gemeinschaften, angeführt von der Konföderation der indigenen Nationalitäten Ecuadors (CONAIE), gegen neue Bergbau- und Infrastrukturprojekte. Bei den landesweiten Demonstrationen kam es zu gewaltsamen Zusammenstößen mit Sicherheitskräften, bei denen der Kichwa-Vertreter Efraín Fueres vor laufenden Kameras getötet wurde.
Ein wegweisender Präzedenzfall für alle indigenen Völker Lateinamerikas
Der Besuch der Delegation des Interamerikanischen Gerichtshofes für Menschenrechte (IDH) bei den Kichwa von Sarayaku in der Region Pastaza/Ecuador gilt schon jetzt als historisch. Der Präsident des Gerichtshofes und Vertreter verschiedener Institutionen kamen nach Sarayaku, um sich anlässlich des Verfahrens “Kichwa von Sarayaku vs. Ecuador“ vor dem IDH einen persönlichen Eindruck zu verschaffen.
Die Konvention 169 der Internationalen Arbeitsorganisation der Vereinten Nationen (ILO) wurde bereits 1989 gemeinsam mit Vertretern indigener Völker abgefasst und anschließend verabschiedet. Als einzige völkerrechtlich bindende Norm über eingeborene und in Stämmen lebende Völker stellt sie die derzeitige Grundlage für deren Schutz dar.