In improvisierten Zeltcamps harren die vertriebenen Tawergha derzeit in der Wüste aus. Foto: Carlos ZGZ via Flickr
Libyen: Rassismus-Opfer werden weiter ausgegrenzt – 2.200 Vertriebene campieren seit 70 Tagen in der Wüste –
Für die Rückkehr der 2.200 dunkelhäutigen Vertriebenen aus der libyschen Stadt Tawergha, die seit 70 Tagen in der Wüste campieren müssen, hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am Dienstag freies Geleit gefordert.
Die dunkelhäutigen Libyer waren nach dem Sturz von Muamar al-Gaddafis im Jahr 2011 aus Tawerha gewaltsam vertrieben worden. Foto: European Commission DG ECHO via Flickr
Libyen: Fiasko beim ersten Rückkehrversuch nach Tawergha
Nach dem Scheitern der international angekündigten Rückkehr von 48.000 dunkelhäutigen Libyern in ihre Heimatstadt Tawergha hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am Montag eine vor rassistischen Angriffen besser geschützte Rückführung der Vertriebenen gefordert.
Rund 12.000 Familien dunkelhäutiger Libyer waren nach dem Sturz von Diktator Gaddafi im September 2011 gewaltsam aus der Stadt Tawergha vertrieben worden. Foto: Steve Rideout via Flickr
Libyen: Positives Signal für Versöhnung: 48.000 Vertriebene dürfen ab dem 1. Februar nach Tawergha zurückkehren
Sechseinhalb Jahre, nachdem die 48.000 dunkelhäutigen Bewohner der Stadt Tawergha in Libyen aus rassistischen Gründen gewaltsam vertrieben wurden, dürfen sie nun vom 1. Februar an zurückkehren.
Tawergha-Flüchtlinge hoffen auf baldige Rückkehr in ihre Heimatstadt – EU soll Aussöhnung fördern
Gestern hatte der Stadtrat von Misrata bei den von den Vereinten Nationen vermittelten Gesprächen grundsätzlich der Rückkehr von rund 40.000 aus Tawergha vertriebenen schwarzafrikanischen Libyern in ihre Heimatstadt zugestimmt. Nach dreieinhalb Jahren von Vertreibung, Flucht, willkürlicher Inhaftierung, Folter und Erniedrigung allein aufgrund der Hautfarbe warten die Tawergha-Flüchtlinge sehnsüchtig auf eine Rückkehr in ihre Heimatstadt.
400.000 Flüchtlinge brauchen dringend Hilfe – Humanitäre und menschenrechtliche Katastrophe
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat zum Ende des Jahres 2014 mehr Hilfe für die Opfer des Bürgerkriegs in Libyen gefordert. „Libyen versinkt im Chaos, die Lage der Zivilbevölkerung hat sich dramatisch verschlechtert, doch die Welt schaut weg“, sagte der GfbV-Afrikareferent Ulrich Delius am Montag in Göttingen. Trotz eines dringenden Hilferufs von UN-Organisationen im September 2014 wurden bislang nur zehn Prozent der für die Versorgung der 400.000 Flüchtlinge erforderlichen 35 Millionen US-Dollar zu Verfügung gestellt.
Europäische Union versagt bei Stabilisierung Libyens – Drei Jahre Libyen-Intervention (19.3.)
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat der Europäischen Union Versagen beim Aufbau eines demokratischen Staatswesens in Libyen nach dem Sturz Diktator Gaddafis vorgeworfen. Wenige Tage vor dem dritten Jahrestag des Beginns der Libyen-Intervention versinkt das nordafrikanische Land immer mehr in Gewalt und Anarchie.
In Libyen eskalieren interethnische Kämpfe – Flüchtlingsfrage ungelöst
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) kritisiert das Desinteresse der Europäischen Union an der eskalierenden Gewalt und Rechtlosigkeit in Libyen. „Fast drei Jahre nach dem Beginn der Militärintervention zahlreicher europäischer Staaten gegen das Gaddafi-Regime versinkt Libyen in immer mehr Gewalt. Doch Europa schaut weg
Berber haben an diesem Wochenende einen bedeutenden Öl-Verladehafen im Westen Libyens besetzt. Nach Angaben der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) wollen sie so gegen die massive Ausgrenzung ethnischer und rassischer Minderheiten aus der arabisch geprägten Mehrheitsgesellschaft protestieren.