In Libyen eskalieren interethnische Kämpfe – Flüchtlingsfrage ungelöst
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) kritisiert das Desinteresse der Europäischen Union an der eskalierenden Gewalt und Rechtlosigkeit in Libyen. „Fast drei Jahre nach dem Beginn der Militärintervention zahlreicher europäischer Staaten gegen das Gaddafi-Regime versinkt Libyen in immer mehr Gewalt. Doch Europa schaut weg
Libyens Süden will Autonomie ausrufen – Fezzan beklagt Diskriminierung und Vernachlässigung
Zwei Jahre nach dem Sturz Diktator Gaddafis droht Libyen eine Zerreißprobe. Denn Älteste der Volksgruppen der Tuareg, Toubou und Araber im ölreichen Süden des Landes wollen in der kommenden Woche die Autonomie ihrer Region, des Fezzan, ausrufen. Dies berichtete die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am Sonntag in Göttingen. Wenn Deutschland seinen Öl-Lieferanten Libyen nicht verlieren will, dann muss es sich mehr einsetzen für Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit und wirtschaftliche Entwicklung in Süd-Libyen.
Libyens Demokratisierung in Gefahr: Nicht-arabischen Minderheiten und Frauen mehr Mitsprache in Verfassungskonferenz einräumen!
Nach Demonstrationen von Berbern vor dem libyschen Nationalkongress in Tripolis warnt die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) vor einer Gefährdung der Demokratisierung des Landes. Den nicht-arabischen Minderheiten muss ausreichend Mitsprache eingeräumt werden, denn die Politik der Arabisierung und Islamisierung unter Diktator Muammar al-Gaddafi kann glaubhaft nur durch eine angemessene Beteiligung der Berber, Tuareg und Toubou am politischen Leben überwunden werden.
Libyen verhängt Kriegsrecht und schließt Grenzen im Süden des Landes
Die Schließung der Staatsgrenze Libyens und die Verhängung des Kriegsrechts im Süden des Landes sind nach Auffassung der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) ein „problematisches Signal“ für die dort lebenden Minderheiten der Toubou und Tuareg. Libyen sollte den nicht-arabischen Minderheiten endlich mehr Rechte geben und mehr für die Entwicklung ihrer Region tun.
Vereinte Nationen sollen sich für Schutz von Libyens Toubou–Minderheit einsetzen
Nach neuen Kämpfen im Südosten Libyens hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) die Hochkommissarin für Menschenrechte der Vereinten Nationen, Navanethem Pillay, aufgefordert, sich mehr für den Schutz den bedrängten Toubou-Minderheit einzusetzen.
Libyen muss Schutz von Minderheiten garantieren – Kritik an Afrikanischer Union und Algerien
Der Nationale Übergangsrat Libyens muss im Land lebende Afrikaner vor Übergriffen schützen, fordert die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV). Schwarzafrikanische Migranten sowie Angehörige der im Landesinnern ansässigen Toubou und Tuareg dürfen nicht pauschal als Handlanger des Gaddafi-Regimes abgestempelt und als „Freiwild“ behandelt werden.
Libyens dunkelhäutige Bewohner aus afrikanischen Staaten südlich der Sahara sind schon heute die Verlierer der libyschen Revolution. Seit Gerüchten über den Einsatz afrikanischer Söldner für Gaddafi müssen afrikanische Migranten in Libyen noch mehr um ihr Leben bangen.
Libysche Regierung lügt – Verfolgte afrikanische Toubou kämpfen nicht für Gaddafi
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) wirft der libyschen Regierung vor, in der Diskussion um den Einsatz von Söldnern bewusst zu lügen, um den Verdacht zu entkräften, dass ausländische Sicherheitskräfte zur Zerschlagung der Protestbewegung angeheuert wurden. Entgegen der Darstellung der Regierung Libyens handelt es sich bei den dunkelhäutigen Sicherheitskräften, die in den vergangenen Tagen verstärkt gegen Demonstranten eingesetzt wurden, nicht um schwarzafrikanische Toubou aus dem eigenen Land.