Nach Informationen der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) bereitet die extremistische islamische Gruppe „Islamischer Staat im Irak und Syrien“ (ISIS) offenbar eine groß angelegte Offensive im Nordosten Syriens vor. Viele Anzeichen sprechen dafür, dass die Islamisten die multi-ethnische und multireligiöse Stadt al-Hasaka unter ihre Kontrolle bringen wollen.
Irak: ISIS-Islamisten markieren die Häuser von Christen und Schiiten in Mossul
Alarmierende Nachrichten erreichten die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) aus dem Irak : Dort haben islamische Extremisten der Gruppe „Islamischer Staat im Irak und Syrien“ (ISIS) die Häuser und Grundstücke von Christen und Schiiten in der überwiegend von sunnitischen Arabern bewohnten Stadt Mossul mit verschiedenen Zeichen markiert.
GfbV-Nahostreferent Kamal Sido über ISIS und die humanitäre Lage im Irak
Juni 2014: Tausende Christen, Yeziden, Shabak, Shiiten und gemäßigte Sunniten sind auf der Flucht. Sie suchen Schutz vor der sunnitischen Terrorgruppe „Islamischer Staat im Irak und Syrien“ (ISIS). Etwa 3.000 Kämpfer für den sogenannten „Heiligen Krieg“ mit Unterstützung der Untergrundorganisation der Baath-Partei von Saddam Hussein haben mit ihrer Offensive vom 6. Juni die Hauptstadt der Provinz Ninive, Mossul, erobert.
Papst Franziskus soll im Nahen Osten neue Impulse für Frieden geben
Vom 24. bis 26. Mai 2014 wird Papst Franziskus Jordanien, die Palästinensergebiete und Israel bereisen. Nach seinen beiden Vorgängern Johannes Paul II. (2000) und Benedikt XVI (2009) wird er das dritte Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche sein, das den Nahen Osten seit der Jahrtausendwende besucht. Vor Reiseantritt des Papstes informiert die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) mit einem 19-seitigen Memorandum über die dramatische Lage der christlichen Gemeinschaften im Nahen Osten.
Arabische Dynastien am Persischen Golf müssen ihre Unterstützung für Islamisten im Irak und Syrien einstellen!
Die arabischen Dynastien am Persischen Golf müssen ihre finanzielle, logistische und militärische Unterstützung für die Islamisten im Irak und Syrien sofort einstellen. Diese Forderung hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) nach den beiden verheerenden Bombenanschlägen islamistischer Terroristen in Arbil, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan, erhoben.
Der Ilisu-Staudamm und das Südostanatolien-Projekt
Linus Mandl über das Staudammnetzwerk GAP. Seit den 80er Jahren baut die Türkei an einem riesigen Staudammnetzwerk in Südostanatolien, auch GAP genannt. Die ökologischen, politischen und kulturellen Folgen des Projekts sind gravierend. Sowohl in den Anrainerstaaten Syrien und Irak als auch in der Türkei selbst sind Tausende von Menschen gezwungen vor den Wassermassen zu fliehen. Sie werden umgesiedelt, verlieren durch Fluten oder Wassermangel ihre Lebensgrundlage und werden zum Spielball außen- und innenpolitischer Machtkämpfe. Vor allem die ethnischen Minderheiten in der Region fallen dem Projekt zum Opfer und sehen ihre Lebensform auf beiden Seiten der Grenze bedroht.
Kamal Sido, Nahostreferent der Gesellschaft für bedrohte Völker, zur Lage der syrischen Flüchtlinge. Eine Millionen Kinder sind inzwischen aus Syrien geflohen, 740.000 von ihnen sind unter elf Jahren. Die meisten von ihnen befinden sich im Libanon, in Jordanien, der Türkei, im Irak und Ägypten.