Linus Mandl über das Staudammnetzwerk GAP. Seit den 80er Jahren baut die Türkei an einem riesigen Staudammnetzwerk in Südostanatolien, auch GAP genannt. Die ökologischen, politischen und kulturellen Folgen des Projekts sind gravierend. Sowohl in den Anrainerstaaten Syrien und Irak als auch in der Türkei selbst sind Tausende von Menschen gezwungen vor den Wassermassen zu fliehen. Sie werden umgesiedelt, verlieren durch Fluten oder Wassermangel ihre Lebensgrundlage und werden zum Spielball außen- und innenpolitischer Machtkämpfe. Vor allem die ethnischen Minderheiten in der Region fallen dem Projekt zum Opfer und sehen ihre Lebensform auf beiden Seiten der Grenze bedroht.
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Ein Jahr nach den Massakern an den Alawiten in Syrien (7.3.) – Humanitäre Lage alarmierend
Zum ersten Jahrestag der Massaker an Syriens alawitischer Bevölkerung am 7. März veröffentlicht die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) einen Reisebericht ihres Nahostreferenten Dr. Kamal Sido. Er besuchte im April 2025 alawitische Städte und Dörfer, etwa einen Monat nach Beginn der Angriffe des neuen sunnitisch-islamistischen Regimes auf die Alawiten.
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) veröffentlicht heute das Dossier „Beiträge zum Völkerstrafrecht von Claus Kreß“. Die darin gesammelten Texte setzen sich mit den gravierenden Angriffen auf das internationale Völkerrecht der vergangenen Jahre auseinander. Jasna Causevic, GfbV-Referentin für Genozid-Prävention und Schutzverantwortung, erklärt zur Bedeutung der Publikation: „Das ‚Recht des Stärkeren‘ droht sich durchzusetzen, das Völkerrecht gerät aus den Fugen. Der Schutz der Menschenrechte und die Rechtsstaatlichkeit, die eigentlich der Maßstab für das Handeln der Regierenden sein sollten, bleiben zunehmend auf der Strecke.“