Hetze gegen muslimische Krimtataren und jüdische Ukrainer löst erste Fluchtbewegung aus
Antimuslimische und antijüdische Hetze haben eine erste Fluchtbewegung von der Krim ausgelöst. Rund 5.000 Angehörige der muslimischen Krimtataren – vor allem Frauen und Kinder – haben die Halbinsel in den vergangenen Tagen und Wochen bereits verlassen, berichtete die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am Montag.
Scharfe Sanktionen gegen Verantwortliche für Krim-Annexion notwendig – EU soll sich an US-Vorbild der „Magnitski-Liste“ orientieren
Nach dem Vorbild der „Magnitski-Liste“ der USA sollte die Europäische Union (EU) eine „Krim-Liste“ mit Verantwortlichen für die Annexion der Krim erstellen, gegen die Reise- und Finanzsanktionen verhängt werden.
Appell: „Bitte verhindern Sie die völkerrechtswidrige Annexion unserer Heimat, Frau Bundeskanzlerin!“
Wenige Tage vor dem unrechtmäßigen Referendum über den Status der Krim, bitten die auf der Halbinsel seit Jahrhunderten ansässigen Krimtataren die Bundeskanzlerin um Hilfe. „Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, bitte verhindern Sie die völkerrechtswidrige Annexion unserer Heimat durch Russland“, heißt es in einem Schreiben von Krimtataren an Merkel, das die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) heute der Bundeskanzlerin übermittelte.
Bundessicherheitsrat soll Bau eines Heeres-Ausbildungszentrums in Russland durch die Rheinmetall AG stoppen
„Angesichts der Bedrohung der Ukraine durch das russische Militär muss Deutschland mit sofortiger Wirkung die gesamte Zusammenarbeit im militärischen Bereich beenden“, fordert Tilman Zülch, der Generalsekretär der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV).
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat Russlands Staatspräsident Wladimir Putin eine verlogene Minderheiten–Politik vorgeworfen. Die seit mehr als 40 Jahren für Minderheiten in Russland engagierte Menschenrechtsorganisation kritisierte, Putin instrumentalisiere Minderheiten nach Belieben, missachte jedoch systematisch ihre Rechte und Forderungen im eigenen Land.
„Die deutsche Bundesregierung darf die rund 300.000 Krimtataren auf der Halbinsel Krim nicht allein lassen“, forderte der Generalsekretär der Gesellschaft für bedrohte Völker, Tilman Zülch, am Donnerstag in Göttingen.
Erster deutsch-krimtatarischer Dialog in Berlin (27./28.06.)
Eine hochrangige Delegation der Krimtataren aus der Ukraine wird Anfang kommender Woche in Berlin erwartet. Auf gemeinsame Initiative des Weltkongresses der Krimtataren, des krimtatarischen Nationalrates Medschlis und zahlreicher zivilgesellschaftlicher Initiativen aus Deutschland wird es am Montag und Dienstag zu Begegnungen zwischen krimtatarischen und deutschen Politikern im Deutschen Bundestag, im Auswärtigen Amt, der Ukrainischen Botschaft Berlin sowie dem Bundesministerium des Innern kommen.