Der Iran ist das Ursprungsland der Bahá’í- Religion, die im 19. Jahrhundert von ihrem Stifter Bahá’u’lláh aus dem schiitischen Islam heraus entwickelt wurde. Weltweit gibt es rund 7,7 Millionen Anhänger, von denen ca. 5.000 in Deutschland leben. Anders als die Christen, Juden oder Zoroastrier werden die ca. 300.000 Bahá’í im Iran nicht als Glaubensgemeinschaft anerkannt. Vielmehr betrachten die schiitischen Führer des Landes die Bahá’í als Abtrünnige des Schiitentums. Die iranische Regierung porträtiert die Bahá’í als Feinde und Sündenböcke, um so die Unterstützung der Massen zu erlangen.
Auch auf rechtlicher Ebene widerfährt den Bahá’í grenzenloses Unrecht. Bereits 1991 wurde das „Golpaygani- Dekret“ verabschiedet, das die Diskriminierung und Schikanierung der Bahá’í gesetzlich verankert. Es schreibt eine gezielte und schikanierende Ausgrenzungspolitik gegenüber den Bahá’í vor- sowohl religiös, kulturell als auch strukturell und privat.
Mit dem Amtsantritt des iranischen Staatspräsidenten Mahmud Ahmadinedschad hat sich die Lage der Bahá’í weiter verschlechtert. Die Zahl der Übergriffe, Verhaftungen und Zerstörungen von heiligen Stätten hat sich dramatisch erhöht. Besonders besorgniserregend ist allerdings das (noch nicht ratifizierte) „Apostasiegesetz“, das vorsieht, die Konversion vom Islam mit dem Tod zu bestrafen. Dieses Gesetz soll gar auch außerhalb der iranischen Grenzen gelten, was bedeutet, dass die Bahá’í auch in anderen Ländern gefährdet wären.
Gesellschaft für bedrohte Völker fordert Abschiebestopp für Flüchtlingsfamilien mit in Deutschland geborenen oder aufgewachsenen Kindern
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) fordert einen Abschiebestopp für Flüchtlingsfamilien mit in Deutschland geborenen oder aufgewachsenen Kindern. „Unsere Politiker und Behörden waren in den vergangenen Jahren dafür verantwortlich, dass tausende von Flüchtlingskindern aus ihrer vertrauten Umgebung, ihrer Schule, ihrem Freundeskreis hier in Deutschland gerissen und in eine ungewisse Zukunft in den Herkunftsländern ihrer Eltern geschickt wurden“, kritisierte der GfbV-Generalsekretär Tilman Zülch am Donnerstag in Göttingen anlässlich des Weltflüchtlingstages (20.6.) und mahnte: „Jedes einzelne dieser Schicksale ist eine Tragödie, die wir hätten vermeiden können!“
Religiöse Verfolgung im Iran: GfbV erinnert an Schicksal der inhaftierten Bahá’i-Führungsmitglieder und warnt vor Verschlechterung der Menschenrechtslage
Am sechsten Jahrestag der Verhaftung der sieben Führungsmitglieder der Glaubensgemeinschaft der Bahá’i im Iran am 14. Mai 2008 hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) an das Schicksal der beiden unschuldigen Frauen und fünf Männer erinnert und davor gewarnt, vor der stetigen Verschlechterung der Menschenrechtslage im Iran die Augen zu verschließen.
Friedenstruppen der Vereinten Nationen müssen Schutz der Zivilbevölkerung sichern
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat den sofortigen Einsatz von UN-Friedenstruppen in der Zentralafrikanischen Republik gefordert, um den Schutz der Zivilbevölkerung in dem von einem Bürgerkrieg erschütterten Land zu garantieren. Die internationale Staatengemeinschaft muss nun endlich handeln, um weitere blutige Auseinandersetzungen zwischen Christen und Muslimen sowie Gewalt von Warlords zu verhindern.
Scharfe Kritik an Auszeichnung des indonesischen Staatspräsidenten mit Menschenrechtspreis
Angesichts anhaltender Verletzungen der Glaubensfreiheit in Indonesien protestiert die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) gegen die Auszeichnung von Staatspräsidenten Susilo Bambang Yudhoyono mit dem Menschenrechtspreis der US-amerikanischen Stiftung „Appeal of Conscience“ (Appell des Gewissens).
Religiöse Intoleranz in Indonesien nimmt zu – Minderheiten brauchen mehr Schutz und Rechte
Zum Auftakt des Deutschland-Besuchs des indonesischen Staatspräsidenten (3.-6.3.) weist die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) auf die wachsende religiöse Intoleranz in dem südostasiatischen Staat hin.
Freilassung von Bahá’i-Frauen mit ihren Babys gefordert
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) appelliert an die Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP), sich bei dem iranischen Außenminister Ali Akbar Salehi für die Freilassung von zwei Bahá’i-Frauen mit ihren kleinen Kindern einzusetzen.
Ägyptens Kultusminister bekräftigt Schulverbot für Bahá‘í
Die Lage der Bahá’í in Ägypten hat sich nach Angaben der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) auch nach der Revolution nicht gebessert. Gerade hat der ägyptische Kultusminister Ibrahim Ghoneim am Sonntag in Kairo nochmals bekräftigt, dass Bahá’í-Kinder keine öffentlichen Schulen besuchen dürfen, da ihre Religion nicht offiziell anerkannt ist.
Papst kann wichtiges Zeichen für friedliches Miteinander von Muslimen, Christen, Juden, Yeziden, Mandäern und Bahá’í im Nahen Osten setzen
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) begrüßt den bevorstehenden dreitägigen Besuch von Papst Benedikt XVI. im Libanon. Vor dem Hintergrund der eskalierenden Gewalt in Syrien, von konfessionsbedingten Spannungen im Libanon sowie Übergriffen auf Christen im Irak und in Ägypten kann das Oberhaupt der Römisch-katholischen Kirche im multiethnischen und multireligiösen Libanon ein wichtiges Zeichen für ein friedliches Miteinander von Muslimen, Christen, Juden, Yeziden, Mandäern und Bahá’í im Nahen Osten setzen.
Die Gesellschaft für bedrohte Völker appelliert an die Innenminister: Schluss mit den Abschiebungen von hier geborenen oder aufgewachsenen Flüchtlingskindern!
Um 15.000 sank die Zahl der in Deutschland geborenen Kinder im Jahr 2011 im Vergleich zum Vorjahr. Eine verhängnisvolle Entwicklung – nach Ansicht vieler Unternehmer und Ökonomen – wird von Jahr zu Jahr dramatischer. „Deutschland stirbt aus“ titelten erste Blätter. Gleichzeitig droht nach Schätzung der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) etwa 60.000 Menschen, darunter rund 15.000 heute ganz überwiegend deutschsprachigen Kindern mit Flüchtlingshintergrund, die Abschiebung.