Hinweis zum Sprachgebrauch in älteren Beiträgen
Der folgende ältere Beitrag kann Sprache und Formulierungen enthalten, die heute nicht mehr den Ansprüchen einer diskriminierungsfreien und sensiblen Ausdrucksweise entsprechen. Er wurde im historischen Kontext verfasst und bewusst unverändert gelassen, um unsere jahrzehntelange Menschenrechtsarbeit zu dokumentieren.
Furchtbare Nachrichten über Morde an assyro-chaldäischen Christen erreichten die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am Dienstag aus dem Irak. Dort ist der 22 Jahre alte christliche Assyro-Chaldäer Ziayd A. am Sonntag im Stadtteil as-Saa von Mosul auf dem Weg zur Arbeit ermordet worden. Ein 14-Jähriger wurde bereits am 21. Oktober in Bakuba in der Provinz Diala von Maskierten enthauptet. In einem Bericht auf der arabischsprachigen Website ankawa.com heißt es, die Männer seien kurz nach Arbeitsbeginn um 6 Uhr morgens erschienen und hätten von dem Jungen IyadY. den Ausweis verlangt. Als sie ihn als Ungläubigen beschimpften, hätte Iyad Y. gerade noch antworten können, er sei zwar Christ, aber kein Ungläubiger. Dann hätten die Maskierten ihn an Armen und Beinen gepackt und geköpft.
„Diese Verbrechen reihen sich ein in eine Kette von Morden an Einzelpersonen, Bombenanschlägen gegen Kirchen und kirchliche Einrichtungen, Vergewaltigungen und Entführungen, die sich gezielt gegen im Irak lebende Christen richten“, berichtete der GfbV-Nahostreferent Kamal Sido in Göttingen. Erst am 11. Oktober sei die enthauptete Leiche des syrisch-orthodoxen Priesters Paul Alexander in Mosul gefunden worden. Am gleichen Tag sei der 55 Jahre alte Geistliche Dr. Joseph Fridon Petros in Bagdad von Islamisten angegriffen und umgebracht worden.
Der Terror gegen Christen im Irak verschärfe sich täglich so dramatisch, dass jetzt die überwiegende Mehrheit von ihnen versuche, sich und ihre Familien zu retten. „Wir erleben den Exodus eines 2000 Jahre alten Volkes, das bis heute die Muttersprache Jesu spricht, wenn auch in einer modernen Form“, sagte die GfbV-Referentin Sarah Reinke. Der Erzbischof von Kirkuk, Louis Sako, habe Bagdad gegenüber der christlichen Nachrichtenagentur Zenit als ein regelrechtes „Gefängnis“ bezeichnet, aus dem die Christen auszubrechen versuchten. Sogar aus Stadtvierteln wie „Al Dora“, die noch vor kurzem als sicher gegolten hätten, müssten die Menschen flüchten. Das „Babel College“, die einzige theologische Fakultät, hätte zumindest vorübergehend schließen müssen.
Eine Chronik von Attentaten auf Christen im Irak finden Sie hier |>

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