Hinweis zum Sprachgebrauch in älteren Beiträgen
Der folgende ältere Beitrag kann Sprache und Formulierungen enthalten, die heute nicht mehr den Ansprüchen einer diskriminierungsfreien und sensiblen Ausdrucksweise entsprechen. Er wurde im historischen Kontext verfasst und bewusst unverändert gelassen, um unsere jahrzehntelange Menschenrechtsarbeit zu dokumentieren.
153 Hmong-Flüchtlinge sind am heutigen Dienstag von Thailand gewaltsam nach Laos abgeschoben worden, obwohl sie vom UN-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR) als Flüchtlinge anerkannt wurden. Dort droht ihnen nach Informationen der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) Gefahr für Leib und Leben. „Thailand bricht mit der Abschiebung nicht nur das Völkerrecht, sondern spielt auch mit dem Leben der Abgeschobenen, denen in Laos massive Verfolgung droht“, kritisierte der GfbV-Asienreferent Ulrich Delius. „Es ist ein Skandal, dass Thailand den Hmong keine Zuflucht gewährt. Sie haben in Laos schlimmste Gräueltaten überlebt und wurden vom Militär wie Tiere gejagt. Nun werden sie ihren Häschern wieder in die Arme getrieben.“ Zu den Abgeschobenen zählen 77 Kinder und neun Kleinkinder, unter ihnen ein Baby, das erst am Montag geboren wurde.
Die GfbV hatte Ende Dezember 2006 vor der gewaltsamen Abschiebung von 6.500 Hmong-Flüchtlingen aus Thailand in das Nachbarland Laos gewarnt. Auch der UNHCR hatte noch am Montag, dem 29. Januar 2007, öffentlich vor einer Abschiebung dieser 153 Hmong-Flüchtlinge gewarnt. Gleichzeitig verurteilte der UNHCR die Abschiebung von 16 Hmong, zu der es bereits am 26. Januar 2007 gekommen war. Die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Louise Arbour, hatte sich ebenfalls grundsätzlich gegen eine Abschiebung von Hmong-Flüchtlingen nach Laos ausgesprochen. Die Premierminister von Thailand und Laos hatten sich dagegen bei Verhandlungen wenige Tage vor Weihnachten 2006 grundsätzlich auf eine Rückführung der Flüchtlinge geeinigt. Auch hatte Thailand sich bereit erklärt, den laotischen Behörden alle persönlichen Daten der Zuflucht suchenden Hmong zu übermitteln.
Die Hmong-Expertin der GfbV, Rebecca Sommer, hatte im Frühjahr 2006 in Thailand hunderte Interviews mit dort Schutz suchenden Hmong geführt, um das Ausmaß der in Laos an ihnen begangenen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu dokumentieren. Im Mai 2006 veröffentlichte sie einen 50 Seiten umfassenden Report, in dem Massaker, Vergewaltigungen und andere schwerste Menschenrechtsverletzungen an Hmong in Laos ausführlich dokumentiert wurden.
Rund 20.000 Hmong verbergen sich dem zufolge noch in den Wäldern von Laos. Sie sind Nachkommen ehemaliger Widerstandskämpfer, die schon lange nicht mehr kämpfen. Trotzdem werden sie in Laos gnadenlos verfolgt. Ihr Fluchtraum wurde zum Sperrgebiet erklärt. Von Hubschraubern aus werden chemische Kampfstoffe, Bomben und Granaten gegen sie eingesetzt. Wer lebend in die Hände der Bodentruppen fällt, wird grausam gefoltert, verstümmelt, vergewaltigt und ermordet. Auch Kinder, die nicht einmal zehn Jahre gewesen waren, wurden Opfer von Massakern.

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