Hinweis zum Sprachgebrauch in älteren Beiträgen
Der folgende ältere Beitrag kann Sprache und Formulierungen enthalten, die heute nicht mehr den Ansprüchen einer diskriminierungsfreien und sensiblen Ausdrucksweise entsprechen. Er wurde im historischen Kontext verfasst und bewusst unverändert gelassen, um unsere jahrzehntelange Menschenrechtsarbeit zu dokumentieren.
Unter dem Motto „Wir gratulieren Nadia Murad und fordern mehr Hilfe für ihre yezidischen Landsleute!“ organisiert die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am kommenden Sonntag (09.12.) in Göttingen eine Mahnwache anlässlich der Verleihung des Friedensnobelpreises an die Yezidin am Montag in Oslo (10. 12.).
Während der Aktion werden Yezidinnen und Yeziden aus Göttingen über ihre Flucht aus dem Irak und anderen Ländern des Nahen Ostens berichten. Gemeinsam mit der GfbV wollen sie so auf die dramatische Lage der Yeziden im Irak, aber auch in Syrien und in der Türkei aufmerksam machen. Radikale islamistische Kräfte bedrohen in der Region noch immer das Leben der Yeziden und anderer Minderheiten.
„Mit weißen Rosen in der Hand werden wir an das Schicksal der mehr als 3.000 yezidischen Frauen und Mädchen erinnern, die wie Nadia Murad 2014 vom IS verschleppt und noch immer in der Hand der Radikalislamisten sind. Sie wurden versklavt, missbraucht, zwangsverheiratet“, erklärt der GfbV-Nahostreferent Kamal Sido. „Es muss jetzt endlich mit Hochtouren daran gearbeitet werden, diese Opfer von Verbrechen gegen die Menschlichkeit aufzuspüren und zu retten. Wir rufen Deutschland und die internationale Gemeinschaft dazu, ihre Unterstützung dafür anzubieten.“
Im August 2014 hatte die Terrorgruppe „Islamischer Staat“ (IS) die Yeziden in ihrem nordirakischen Hauptsiedlungsgebiet Sinjar angegriffen, Tausende Yeziden ermordet, Frauen und Mädchen verschleppt. Rund 280.000 yezidische Flüchtlinge sind noch immer in provisorischen Camps in Irakisch-Kurdistan untergebracht. Für sie fordert die GfbV endlich realistische Perspektiven. Ohne dies würden die meisten den Irak über kurz oder lang in Richtung Europa verlassen. Vor dem IS mussten auch viele tausend Angehörige anderer Volksgruppen und Glaubensgemeinschaften wie Christen, Shabak, Turkmenen und Kurden aus der irakischen Stadt Mossul sowie der Ninive-Ebene fliehen.
Headerfoto: Free-Photos via Pixabay

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