Hinweis zum Sprachgebrauch in älteren Beiträgen
Der folgende ältere Beitrag kann Sprache und Formulierungen enthalten, die heute nicht mehr den Ansprüchen einer diskriminierungsfreien und sensiblen Ausdrucksweise entsprechen. Er wurde im historischen Kontext verfasst und bewusst unverändert gelassen, um unsere jahrzehntelange Menschenrechtsarbeit zu dokumentieren.
Göttingen/Frankfurt
Als erster Vertreter einer europäischen Menschenrechtsorganisation konnte Anfang November 2008 der Adivasi-Experte der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV), James Albert, Lager christlicher Flüchtlinge in der indischen Unruheregion Orissa besuchen. Noch immer riegelt indische Bundespolizei den Distrikt Kandhamal, in dem seit Ende August 4.400 Häuser christlicher Adivasi-Ureinwohner in 300 Dörfern gezielt zerstört wurden, mit Straßensperren ab. Zugang zu den sieben in der Region errichteten Flüchtlingslagern, in denen bis zu 50.000 Christen Zuflucht gesucht haben, gibt es nur mit einer Sondergenehmigung.
Der GfbV-Mitarbeiter dokumentierte in zahlreichen Interviews mit Flüchtlingen, dass christliche Priester und Ordensleute gezielt getötet und Christen zum hinduistischen Glauben zwangskonvertiert wurden. Flüchtlinge berichteten glaubwürdig über willkürliche Verhaftungen und die systematische Zerstörung ihrer Lebensgrundlage durch Übergriffe radikaler Hindu. Außerdem seien Vertriebene gezwungen worden, sich selbst der Zerstörung ihrer Häuser zu bezichtigen.
Eine Rückkehr der Flüchtlinge in ihre Heimatdörfer ist den Recherchen der GfbV zufolge auf absehbare Zeit nicht möglich. Mehrere Vertriebene wurden bei ihrer Rückkehr getötet. Die Flüchtlinge vermittelten den Eindruck, dass es sich bei den pogromartigen Übergriffen nicht um isolierte Taten eines wütenden Mobs handelte, sondern um gezielte Aktionen radikaler Hindu-Organisationen. Alle Interviewten machten die Landesregierung von Orissa für die gezielte Christenverfolgung mitverantwortlich.
Wir laden Sie herzlich ein zur Pressekonferenz mit
am Dienstag, den 11. November 2008, um 10.45 Uhr
im Le Meridien Parkhotel Frankfurt, Palais I
Wiesenhüttenplatz 28-38 in 60329 Frankfurt
Achtung Bildredaktionen: Die GfbV kann Fotos aus den Flüchtlingslagern und der Unruheregion zur Verfügung stellen, die das Ausmaß der Zerstörung und das Leid der Vertriebenen dokumentieren!

Gemeinsam handeln – Newsletter abonnieren
Bleiben Sie informiert über unsere Menschenrechtsarbeit, Erfolge und aktuelle Kampagnen. Unser Newsletter bringt Ihnen Stimmen unserer Partner*innen, Analysen und Möglichkeiten zum Mitmachen direkt ins Postfach.