Hinweis zum Sprachgebrauch in älteren Beiträgen
Der folgende ältere Beitrag kann Sprache und Formulierungen enthalten, die heute nicht mehr den Ansprüchen einer diskriminierungsfreien und sensiblen Ausdrucksweise entsprechen. Er wurde im historischen Kontext verfasst und bewusst unverändert gelassen, um unsere jahrzehntelange Menschenrechtsarbeit zu dokumentieren.
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat am Mittwoch an Bundeskanzlerin Angela Merkel appelliert, trotz der Kritik der chinesischen Führung an ihrem geplanten Treffen mit dem Dalai Lama aus Tibet festzuhalten. „Die Bundesregierung darf sich von der chinesischen Führung nicht vorschreiben lassen, welche religiösen Führer sie empfangen darf“, schrieb der GfbV-Generalsekretär Tilman Zülch an die Kanzlerin. Der Dalai Lama genieße weltweit als moralische Instanz höchste Anerkennung. Angela Merkels Entscheidung sei mutig und wegweisend, da sich die Menschenrechtslage in Tibet immer mehr verschlechtere. Die Bundeskanzlerin plant, den Dalai Lama am kommenden Sonntag im Bundeskanzleramt zu einem privaten Meinungsaustausch im Rahmen von Gesprächen mit Religionsführern zu empfangen.
Der Dalai Lama rufe weder zum Sturz der chinesischen Führung noch zur politischen Unabhängigkeit Tibets auf. Chinas Vorwurf, der Dalai Lama sei ein „Separatist“, sei haltlos, da der oberste religiöse und weltliche Führer Tibets sich nur für eine Autonomie Tibets im Rahmen des chinesischen Staatsverbandes einsetze. Eine solche Selbstverwaltung sei den Tibetern zwar auf dem Papier eingeräumt worden, funktioniere tatsächlich jedoch nicht. So warne der Dalai Lama immer nachdrücklicher vor einer Zerstörung der traditionellen Religion und Kultur Tibets durch die von Chinas Behörden geförderte Ansiedlung von Chinesen in Tibet.

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