Hinweis zum Sprachgebrauch in älteren Beiträgen
Der folgende ältere Beitrag kann Sprache und Formulierungen enthalten, die heute nicht mehr den Ansprüchen einer diskriminierungsfreien und sensiblen Ausdrucksweise entsprechen. Er wurde im historischen Kontext verfasst und bewusst unverändert gelassen, um unsere jahrzehntelange Menschenrechtsarbeit zu dokumentieren.
Für die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) ist die Aufnahme von 2500 Flüchtlingen aus dem Irak der „Beginn einer Wiedergutmachung für die Unterstützung deutscher Firmen beim Aufbau der Giftgasindustrie und Hochrüstung der irakischen Armee unter Saddam Hussein“. So hätten deutsche Unternehmen bei der Errichtung von Anlagen zur Herstellung von Giftgas und beim Bau von Scud-Raketen geholfen, die 1991 auch gegen Israel gerichtet wurden, sagte der GfbV-Bundesvorsitzende Tilman Zülch am Donnerstag. Außerdem seien Kampfhubschrauber aus Deutschland an die irakische Luftwaffe geliefert worden. Die ersten Irak-Flüchtlinge werden heute im Auffanglager Friedland bei Göttingen erwartet.
Zehntausende Kurden und assyro-chaldäische Christen seien vorsichtigen Schätzungen zufolge 1987/88 im Nordirak durch das Bombardement ihrer Dörfer und Städte mit Giftgas ums Leben gekommen. Allein in Halabja starben am 16. März 2009 rund 5.000 Menschen durch den Chemiewaffeneinsatz. Bis heute sterben Einwohner von Halabja an den Folgen des Giftgasbombardements. Die GfbV hatte damals vor allem den beiden hessischen Unternehmen Karl Kolb und Pilot Plant Mitverantwortung für den qualvollen Tod der Minderheitenangehörigen vorgeworfen und sich gerichtlich mit ihnen auseinandergesetzt.
Die GfbV fordert seit Jahren, dass bis zu 50.000 Angehörige besonders verfolgter Minderheiten und Religionsgemeinschaften aus dem Irak in Deutschland aufgenommen werden. „Wie einst die Hugenotten, die hier zu Tausenden eine neue Heimat fanden, werden sich auch die christlichen Assyro-Chaldäer, Mandäer und Yeziden aus dem Irak schnell integrieren“, sagte Zülch.

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