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Aktuelles News & Artikel Bleivergiftete Kinder aus UN-Flüchtlingslager in Deutschland

EINLADUNG ZUM PRESSEGESPRÄCH

Bleivergiftete Kinder aus UN-Flüchtlingslager in Deutschland

Hinweis zum Sprachgebrauch in älteren Beiträgen

Der folgende ältere Beitrag kann Sprache und Formulierungen enthalten, die heute nicht mehr den Ansprüchen einer diskriminierungsfreien und sensiblen Ausdrucksweise entsprechen. Er wurde im historischen Kontext verfasst und bewusst unverändert gelassen, um unsere jahrzehntelange Menschenrechtsarbeit zu dokumentieren.

Auf Initiative der Göttinger Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) sind sieben schwer bleivergiftete Kinder* aus dem Kosovo mit ihrem Vater zur Genesung nach Deutschland eingeladen worden. Die Familie musste seit 1999 in einem mit Schwermetallen verseuchten Flüchtlingslager der UN leben. Im Institut für Functional Medicine und Umweltmedizin (IFU) in Bad Emstal bei Kassel sollen sie jetzt entgiftet werden. Die Behandlung wird von der Hilfsaktion der Bildzeitung „Ein Herz für Kinder“ finanziert. Die Kinder gehören der Volksgruppe der Aschkali an.

Die fünf- bis 15-jährigen Geschwister waren mit ihren Eltern in einem von drei Lagern für insgesamt 560 vertriebene Aschkali und Roma untergebracht, die die UN-Verwaltung im Kosovo UNMIK trotz zahlreicher Warnungen der GfbV und Evakuierungsempfehlungen von Umweltmedizinern direkt neben der Abraumhalde einer ehemaligen Bleischmelzanlage bei Mitrovica betreibt. Die GfbV fordert die sofortige Umsiedlung der verbliebenen Flüchtlinge in eine gesundheitlich unbedenkliche Region.

Die Menschenrechtsorganisation erhebt schwere Vorwürfe gegen die UNMIK, aber auch gegen die Bundesregierung. Berlin hat 500.000 Euro für die Unterbringung der Roma und Aschkali in eine ehemalige Kaserne der französischen Kfor bereitgestellt. Diese befindet sich ebenfalls in dem verseuchten Gebiet nur wenige Schritte von den Lagern entfernt. Rund 120.000 der etwa 150.000 Roma und Aschkali wurden seit 1999 von nationalistischen Albanern aus dem Kosovo vertrieben, 14.000 ihrer 19.000 Häuser wurden zerstört.

Wir laden Sie und Ihre Kolleginnen und Kollegen von den Bildredaktionen herzlich ein zu einem Pressegespräch

am kommenden Mittwoch, den 10. Mai 2006,
um 10 Uhr im
Parkhotel Emstaler Höhe, Kissinger Straße 2

in 34308 Bad Emstal

mit den Kindern Kasandra (5), Denis (8), Zejnija (8), Suada (10), Shkurta (12), Serdjana (14), Semrana (15) und ihrem Vater Shaban Mustafa aus dem Kosovo

sowie Dr. Klaus-Dietrich Runow, dem Leiter des Instituts für Functional Medicine und Umweltmedizin (IFU) Bad Emstal, Tilman Zülch, dem Generalsekretär der GfbV (Göttingen) sowie Paul Polansky, dem Leiter des GfbV-Kosovo-Teams (Pristina)

* Der Umweltmediziner Dr. Runow war mit der GfbV in den Flüchtlingslagern und hat dort 66 Haarproben genommen. Sie überstiegen den Grenzwert mindestens um das 200-Fache. Bei mehreren Kindern waren sie sogar auf das 1200-Fache erhöht. Die Mitarbeiter der GfbV vor Ort gehen davon aus, das mindestens 37 Todesfälle in den Lagern auf Bleivergiftung zurückzuführen sind.

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