Hinweis zum Sprachgebrauch in älteren Beiträgen
Der folgende ältere Beitrag kann Sprache und Formulierungen enthalten, die heute nicht mehr den Ansprüchen einer diskriminierungsfreien und sensiblen Ausdrucksweise entsprechen. Er wurde im historischen Kontext verfasst und bewusst unverändert gelassen, um unsere jahrzehntelange Menschenrechtsarbeit zu dokumentieren.
Am Vorabend des 19. Jahrestages der Massenexekution von über 8.000 bosniakischen Männern und Knaben im ostbosnischen Srebrenica (11.Juli 1994) hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) die schnelle Aufnahme der Republik Bosnien-Herzegowina in die Europäische Union gefordert.
„Es kann nicht sein, dass diesem kriegszerstörten Land nach der schrecklichen Flutkatastrophe im Mai jetzt auch noch die notwendige Wiederaufbauhilfe aus den Fonds der Europäischen Union vorenthalten wird. Europäische Regierungen haben dem ersten Krieg und Völkermord nach 1945 auf europäischem Boden drei Jahre lang tatenlos zugesehen oder die serbischen Kriegsverbrecher auf vielfältige Weise unterstützt“, erklärte der Präsident der GfbV International und Ehrenbürger von Sarajevo, Tilman Zülch am Donnerstag in Göttingen.
19 Jahre nach Kriegsende werden an diesem 11. Juli 2014 weitere 175 Opfer des Massakers, die im Laufe des vergangenen Jahres identifiziert wurden, auf dem Friedhof in Potocari beerdigt. Das jüngste dieser Opfer der Verbrechen serbischer Truppen gegen die Menschlichkeit war 14, das älteste 79 Jahre alt. Unter ihnen sind 14 Minderjährige und 13 Greise im Alter von mehr als 70 Jahren. Somit wurden bis zum heutigen Tag ca. 7.000 der mehr als 8.000 Opfer exhumiert. 6.066 konnten bisher identifiziert und beigesetzt werden.
Während die Mütter, Ehefrauen, Schwestern, Töchter und Verwandten ihrer Liebsten gedenken, sind die meisten Täter, die ihre Kinder, Ehemänner, Väter, Brüder und Verwandte getötet haben, noch immer auf freiem Fuß und verspotten vielfach die überlebenden Opfer. Das Europaparlament hat mit einer Resolution das Genozidverbrechen von Srebrenica verurteilt und ganz Europa dazu aufgerufen, den 11. Juli zum Gedenktag zu erklären. Doch den Status eines Beitrittskandidaten hat die EU Bosnien-Herzegowina nicht verliehen.
Tilman Zülch – Generalsekretär der GfbV – ist erreichbar unter Tel. 0551 49 906 24 oder 65]G378o<:E:=@A

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