Hinweis zum Sprachgebrauch in älteren Beiträgen
Der folgende ältere Beitrag kann Sprache und Formulierungen enthalten, die heute nicht mehr den Ansprüchen einer diskriminierungsfreien und sensiblen Ausdrucksweise entsprechen. Er wurde im historischen Kontext verfasst und bewusst unverändert gelassen, um unsere jahrzehntelange Menschenrechtsarbeit zu dokumentieren.
Beunruhigende Nachrichten erreichen die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) aus dem Irak: Seit dem vergangenen Sonntag ist der 34 Jahre alte chaldäische Priester Douglas Al Bazy aus der St. Elias-Gemeinde in Bagdad verschwunden. Es wird befürchtet, dass er entführt wurde. Deshalb hat der Weihbischof aus Bagdad, Shleman Warduni, einen Appell an die mutmaßlichen Kidnapper des jungen Geistlichen gerichtet, der für sein großes Engagement, für seinen Mut und Einsatz gerade für junge Gläubige bekannt war und bewundert wurde: „Wenn Sie ein Gewissen haben und an Gott glauben, tun Sie ihm nichts an und lassen sie ihn so schnell wie möglich sicher und gesund frei!“
Das GfbV-Vorstandsmitglied Janet Abraham hatte Al Bazy erst im August in München getroffen. Auf ihre Frage, ob er keine Angst hätte, nach Bagdad zurückzukehren, habe er geantwortet: „Nein, ich muss zu meiner Gemeinde zurück, sie braucht mich jetzt mehr denn je. Mein Leben liegt in Gottes Hand.“
Die Familie von Douglas Al Bazy ist schon in den relativ sicheren Nordirak geflohen. Am 29. Januar 2006 war die Marienkirche, deren Gemeinde er noch bis vor kurzem betreut hat, durch Bomben teilweise zerstört worden. Am 20. Februar dieses Jahres wurde der junge Priester angeschossen, als er versuchte, während eines Angriffs bewaffneter Milizen auf seine Kirche eine schwangere Frau in dem Gotteshaus in Sicherheit zu bringen.
Die GfbV erneuerte am Dienstag ihre Forderung an die Innenminister und -senatoren des Bundes und der Länder, den in Deutschland lebenden rund 20.000 assyro-chaldäischen Christen aus dem Irak einen dauerhaften Aufenthalt zu gewähren und so die schnelle Einbürgerung zu ermöglichen. Denn die Entführung von Al Bazy sei das jüngste Verbrechen in einer langen eskalierenden Reihe von Morden, Folter, Vergewaltigung, Entführungen und Vertreibungen assyro-chaldäischer Christen des Irak. Hunderttausende sind schon aus ihrer Heimat geflohen. Diejenigen, die noch im Irak leben, trauen sich aus Angst davor, Opfer eines Verbrechens zu werden, kaum mehr aus ihren Häusern.
Eine Chronik der Verfolgung der Assyro-Chaldäer des Irak finden Sie hier |>

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