Hinweis zum Sprachgebrauch in älteren Beiträgen
Der folgende ältere Beitrag kann Sprache und Formulierungen enthalten, die heute nicht mehr den Ansprüchen einer diskriminierungsfreien und sensiblen Ausdrucksweise entsprechen. Er wurde im historischen Kontext verfasst und bewusst unverändert gelassen, um unsere jahrzehntelange Menschenrechtsarbeit zu dokumentieren.
Der neunjährige Ergin Salihi aus dem Kosovo braucht Ihre Unterstützung!
Ergin Salihi verbrachte sein ganzes Leben in einem mit Blei und anderen Schwermetallen verseuchten Flüchtlingslager („Osterode“) in Nord-Mitrovica im Kosovo. Jetzt ist er nach Informationen unseres GfbV-Teams im Kosovo schwer erkrankt. Wir befürchten, dass seine Nieren versagen und Ergim sterben könnte.
Medizinische Tests haben bisher im Blut der Lagerbewohner in den Flüchtlingslagern Osterode und Cesmin Lug einen durchschnittlichen Bleigehalt von 30-40 Mikrogramm pro Deziliter nachgewiesen. Bereits ab zehn Mikrogramm pro Deziliter werden Organe dauerhaft geschädigt, allen voran das Gehirn. Kinder bekommen Krämpfe, können sich nicht konzentrieren, sind psychisch gestört und fallen in komatöse Zustände. Frauen erleiden Fehlgeburten. 81 Menschen sind dort inzwischen gestorben, und viele Toxikologen und Umweltmediziner gehen davon aus, dass ihr Tod auf die hohe Bleikonzentration im Boden und in der Luft zurückzuführen sein könnte.
Ergin befand sich in einem kritischen Zustand, als er am 11. April 2009 mit schweren Nierenproblemen in das Krankenhaus in Kragujevac eingeliefert wurde. Ärzte diagnostizierten eine Nephritis, deren genaue Ursache eventuell mit einer Biopsie festgestellt werden kann. Allerdings war Ergin Salihi für eine derartige Untersuchung noch zu schwach. Bei seiner Einlieferung wog er nur noch 20 Kilo.
Die GfbV geht davon aus, dass die Tatsache, dass Ergin Salihi neun Jahre lang in dem auf bleiverseuchtem Gebiet errichteten Flüchtlingslager gelebt hat, zu seiner schweren Erkrankung beigetragen hat. Nach einem vorläufigen Aufenthalt im Krankenhaus in Kragujevac wurde Ergin zur weiteren Behandlung nach Nord-Mitrovica zurückgeschickt und schließlich wegen der Schwere seiner Erkrankung am 10. Mai 2009 nach Belgrad verlegt.
Er befand sich bis zum 28. Mai 2009 im „Institut za majku i dete“ in Belgrad, danach wurde er wieder zu seiner Familie ins Lager Osterode zurück gebracht. Dort ist er weiterhin den giftigen Schwermetallen ausgesetzt und hat keine Aussicht auf effektive medizinische Versorgung.
Ergin muss so schnell wie möglich aus dem Flüchtlingslager Osterode herausgeholt und in eine unbelastete Umgebung gebracht werden. Er soll eine Behandlung gegen seine Bleivergiftung erhalten. Wenn eine solche Behandlung im Kosovo nicht möglich ist, muss er sich im Ausland behandeln lassen können. Bleibt er im Lager, hat er nach Meinung aller Beobachter nur geringe Überlebenschancen.
Bitte richten Sie Ihre Protestschreiben an das Gesundheitsministerium der Republik Kosovo:
Briefvorlage als Word-Dokument
Republik of Kosova
Ministry of Health
Dr. Alush A.Gashi
Zagreb-Street
Lagja Arbëria
10000 Priština/ Prishtinë
Kosovo
Fax_Nr.: 00381 38 211 371

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