Hinweis zum Sprachgebrauch in älteren Beiträgen
Der folgende ältere Beitrag kann Sprache und Formulierungen enthalten, die heute nicht mehr den Ansprüchen einer diskriminierungsfreien und sensiblen Ausdrucksweise entsprechen. Er wurde im historischen Kontext verfasst und bewusst unverändert gelassen, um unsere jahrzehntelange Menschenrechtsarbeit zu dokumentieren.
Liebe Leserin, lieber Leser,
ein Blick auf 50 Jahre Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) ist gleichzeitig ein Blick auf 50 Jahre Bürgerrechtsbewegung und eine Rückschau auf jahrzehntelangen, unermüdlichen Einsatz für die Menschenrechte der Minderheiten weltweit.
Auf den folgenden Seiten erwartet Sie ein Streiflicht auf die vielfältigen Tätigkeiten unserer GfbV. Zu welchen Themen arbeiten wir und wie arbeitet eine Menschenrechtsorganisation überhaupt? Natürlich kann es sich dabei nur um Ausschnitte unserer Arbeit handeln, die stellvertretend und beispielhaft für viele weitere Themen stehen. 50 Jahre aktive Menschenrechtsarbeit hat umfangreiche Spuren hinterlassen, die unmöglich in einer Sonderausgabe allein vollumfänglich wiedergegeben werden könnten.
Es war eine mutige und kluge Entscheidung, in den politisch bewegten 68´er-Jahren, eine Organisation ganz anderer Art zu gründen. Eine Menschenrechtsorganisation, die politisch unabhängig und sprichwörtlich „auf keinem Auge blind“ sein sollte, dabei tief verankert in der Bürgerrechtsbewegung. Tilman Zülch ist der Gründer der GfbV und war jahrzehntelang als deren Vorsitzender und Generalsekretär engagiert. Es ist nicht zuletzt seinem Idealismus und seiner Beharrlichkeit zu verdanken, dass wir heute auf fünf Jahrzehnte zivilgesellschaftliches Engagement für die Menschenrechte der Minderheiten weltweit zurückblicken können. Natürlich hat Tilman Zülch die GfbV nicht alleine geprägt. Es wären unzählige Namen zu nennen. Von Ehrenamtlichen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die über die Jahre das Profil und den Ruf der GfbV als unbestechliche Vorkämpferin für die Menschenrechte von Minderheiten gelegt haben.
Als wir im vergangenen Jahr eine Umfrage an unsere Mitglieder verschickt haben, um zu fragen, was sie von unserer Arbeit halten, waren wir überwältigt. Mehr als 1500 Antworten gingen bei uns ein. Aus vielen Rückmeldungen sprach die enge Verbundenheit mit der GfbV und den Themen, die wir über Jahrzehnte hinweg begleitet haben. Wir wurden mit Anerkennung und Ermunterung bedacht, für die wir uns herzlich bedanken. Aber auch die Kritik und die Anregungen, wie wir in Zukunft noch besser werden können, haben uns erreicht und vor allem inspiriert.
Im Namen des Vorstanden danke ich den vielen, vielen aktiven Mitstreitern, den Förderern und Spendern – ohne Sie wären wir nicht mehr als Idealisten ohne Schlagkraft. Wir sind uns darüber im Klaren, dass wir eine große Verantwortung tragen, die Erfolge der vergangenen Jahrzehnte zukunftsfest in eine neue Gegenwart zu überführen. Dabei dürfen wir nicht unseren klaren Auftrag aus den Augen verlieren. Unser Auftrag ist zeitlos und hat nichts an Aktualität eingebüßt. Ganz im Gegenteil, wir sind weiter dringend als „Stimme für die, die sonst keine Stimme haben“ gefordert.
Es bleibt mir, Sie abschließend recht herzlich zu unserer Jubiläumsveranstaltung einzuladen, die am 6.Oktober in Göttingen stattfindet, und Ihnen darüber hinaus natürlich viel Spaß bei der Lektüre dieser Jubiläumsausgabe zu wünschen!
Jan Diedrichsen
Vorstandsvorsitzender GfbV-Deutschland
aus „bedrohte Völker – pogrom“ Nr. 305, 02/2018
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