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Aktuelles News & Artikel Abgewiesene Sportler bei der Fußball-WM: Einreiseverbot für Muslime, roter Teppich für Islamisten

Abgewiesene Sportler bei der Fußball-WM: Einreiseverbot für Muslime, roter Teppich für Islamisten

Vor dem Hintergrund der von der US-Administration verhängten Einreiseverbote für Sportler aus muslimischen Ländern wirft die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) der Trump-Regierung Heuchelei und rassistisches Verhalten vor: „Während die USA enge Verbündete wie Katar und die Türkei unterstützen, die für die Bewaffnung und Finanzierung radikaler Islamisten verantwortlich sind, werden einzelne Muslime diskriminiert und benachteiligt“, kritisiert Dr. Kamal Sido, Nahostreferent der GfbV. Ein Beispiel hierfür sei der Umgang mit dem für die WM nominierten Schiedsrichter Omar Artan aus Somalia. Auch Sportler aus dem Iran und anderen muslimisch geprägten Ländern sind betroffen.

„Der Umgang der Trump-Administration mit dem neuen syrischen Machthaber, der früher als ein hochrangiger Dschihadist auf den Terrorlisten des Landes stand, zeigt indes die Heuchelei der USA und der gesamten westlichen Politik. Trotz nachweislicher Verbrechen im Irak und in Syrien haben die US-Behörden ihn aus geopolitischen Interessen von der Terrorliste gestrichen und ihm mehrmals die Einreise in die USA erlaubt – auch weil viel Geld aus Katar und anderen Golfstaaten geflossen ist“, erklärt Sido. Auch die deutsche Bundesregierung rollte dem Top-Islamisten, der bis vor kurzem unter dem Kampfnamen Abu Mohamed al-Jolani firmierte, in Berlin den roten Teppich aus.

„In Somalia, der Heimat des abgewiesenen Schiedsrichters, unterstützt die türkische Regierung unter Präsident Erdogans islamistische Milizen. Genau wie die neuen syrischen Machthaber, wird er dafür von den USA und anderen NATO-Staaten hofiert und nicht verurteilt. Dabei geht es nicht nur um einzelne Fälle und Personen: Muslime werden insgesamt benachteiligt und diskriminiert, während der politische Islam und gewaltbereite Islamisten von den gleichen Politikern und Regierungen als Partner betrachtet werden. Wenn es wirklich um Sicherheitsinteressen ginge, würde der Kampf dem radikalen politischen Islam gelten und nicht einzelnen Muslimen, die selbst Opfer der Regime und Milizen sind“, so Sido.

Richtigstellung:

In unserer Presseerklärung vom 10.06.2026 haben wir geschrieben, dass auch Sportler aus dem Iran und anderen muslimisch geprägten Ländern betroffen seien. Wir stellen klar, dass damit nicht gemeint war, muslimische Spieler oder ganze Nationalmannschaften seien pauschal von der Einreise in die USA ausgeschlossen worden.

An unserer grundsätzlichen Kritik halten wir jedoch fest. Mit unserer Presseerklärung wollten wir nicht allein auf die Fußball-WM oder auf einzelne Visaentscheidungen der Trump-Regierung aufmerksam machen, sondern auf einen größeren politischen Widerspruch: Während westliche Staaten und NATO-Partner den politischen Islam und islamistische Akteure unterstützen, werden einzelne Muslime zugleich pauschal verdächtigt, benachteiligt oder diskriminiert. Diese Politik schadet besonders jenen Muslimen, die selbst unter islamistischen Regimen, Milizen und autoritären Strukturen leiden. Sie schwächt demokratische Kräfte, Menschenrechtsverteidiger und Minderheiten in der islamischen Welt, während der politische Islam gestärkt wird.

Kamal Sido

Dr. Kamal Sido

Referent für Nahost

Thematische Schwerpunkte:

  • Ethnische-, religiöse- und sprachliche Minderheiten und Nationalitäten in Nahost
  • Naher und Mittlerer Osten
  • Nordafrika

E-Mail: k.sido@gfbv.de

Telefon: +49 551 49 906 18