Hinweis zum Sprachgebrauch in älteren Beiträgen
Der folgende ältere Beitrag kann Sprache und Formulierungen enthalten, die heute nicht mehr den Ansprüchen einer diskriminierungsfreien und sensiblen Ausdrucksweise entsprechen. Er wurde im historischen Kontext verfasst und bewusst unverändert gelassen, um unsere jahrzehntelange Menschenrechtsarbeit zu dokumentieren.
Anlässlich der heute und morgen ablaufenden informellen Tagung der EU-Verteidigungsminister im niederländischen Noordwijk hat die Gesellschaft für bedrohte Völker International (GfbV) noch einmal ein eindeutiges Mandat für den geplanten Militäreinsatz der zukünftig 7 500 Soldaten unter EU-Kommando gefordert. „Schwerpunkte dieses Mandats müssen die Verhaftung der mutmaßlichen Hauptkriegsverbrecher Radovan Karadzic und Ratko Mladic sowie die Durchsetzung der Rückkehr aller Flüchtlinge und Vertriebenen sein, die bis heute nicht heimkehren konnten“, erklärten der Vizepräsident der GfbV International, André Rollinger (Luxemburg), und Vorstandsmitglied Fadila Memisevic (Sarajevo) am Donnerstag.
Die GfbV International bedauerte, dass die ehemalige Karadzic-Partei SDS bisher trotz der Anwesenheit von SFOR-Truppen sowohl die Festnahme von Kriegsverbrechern de facto sabotieren durfte und die Rückkehr der Flüchtlinge mit administrativen Hindernissen vielerorts unmöglich machen konnte. Allein im Drina-Tal um die ehemalige UN-Schutzzone Srebrenica sind nach Recherchen der GfbV International noch bis zu 500 mutmaßliche Kriegsverbrecher in Freiheit, zum Teil als Mitarbeiter der Administration des „Teilstaates“ Republika Srpska.
Die EU sollte jetzt die ethnische Säuberung Bosniens wirklich rückgängig machen und so die Teilung des Landes beenden, forderte die internationale Menschenrechtsorganisation.

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