Hinweis zum Sprachgebrauch in älteren Beiträgen
Der folgende ältere Beitrag kann Sprache und Formulierungen enthalten, die heute nicht mehr den Ansprüchen einer diskriminierungsfreien und sensiblen Ausdrucksweise entsprechen. Er wurde im historischen Kontext verfasst und bewusst unverändert gelassen, um unsere jahrzehntelange Menschenrechtsarbeit zu dokumentieren.
Anlässlich des am heutigen Montag beginnenden EU-China-Gipfeltreffens in Nanjing hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) an die Europäische Union appelliert, sich für die Freilassung des in der chinesischen Stadt inhaftierten schwer kranken Regimekritikers Yang Tongyan einzusetzen.
Der zu zwölf Jahren Haft verurteilte Schriftsteller sei aufgrund von Krankheiten so stark abgemagert, dass er sich kaum mehr bewegen könne, berichteten vor wenigen Tagen Mitgefangene Gewährsleuten der GfbV. „Wenn Yang Tongyan nicht schnell aus der Haft entlassen wird und endlich angemessene medizinische Hilfe erhält, ist mit dem Schlimmsten zu rechnen“, warnte der GfbV-Asienreferent Ulrich Delius in Schreiben an den EU-Ratspräsidenten und schwedischen Ministerpräsidenten, Fredrik Reinfeldt, sowie an EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso und den EU-Außenbeauftragten Javier Solana.
Der unter Diabetes und Bluthochdruck leidende politische Gefangene sei nun noch an einer Darm- und Bauchfelltuberkulose sowie an einer Nierenentzündung erkrankt. Darüber hinaus leide er noch an einer Gelenkentzündung, die jedes Gehen erschwere.
Der Schriftsteller und Journalist gilt als bedeutendster politischer Gefangener in Nanjing. Auf der Frankfurter Buchmesse hatten sich im Oktober 2009 tausende Besucher an einer Postkartenaktion der GfbV zu seiner Freilassung beteiligt. Das 47 Jahre alte Mitglied des „Unabhängigen Chinesischen PEN-Zentrums“ war im Mai 2006 wegen „subversiver Tätigkeiten“ zu zwölf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Ihm wurde vorgeworfen, sich für die Demokratisierung Chinas eingesetzt zu haben und Chinas Staatsführung als „diktatorisches Regime“ bezeichnet zu haben. Außerdem hatte er sich in der verbotenen „Chinesischen Demokratischen Partei“ engagiert und in auf ausländischen Internetseiten veröffentlichten Beiträgen Korruption, Machtmissbrauch und die Misshandlung von Gefangenen in Haftanstalten kritisiert.
Obwohl er seit langem bereits unter Diabetes, Bluthochdruck und Arthritis leidet, wurde ihm keine Haftverschonung gewährt. 2007 musste er sogar täglich acht bis zehn Stunden Fuß- und Basketbälle unter gesundheitsschädlichen Umständen produzieren.
Ulrich Delius ist auch erreichbar unter asien@gfbv.de

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