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Aktuelles News & Artikel Freiheit für Parvez Kaambakhsh! Afghanischer Journalist seit sechs Monaten in Todeszelle

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Freiheit für Parvez Kaambakhsh! Afghanischer Journalist seit sechs Monaten in Todeszelle

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Der folgende ältere Beitrag kann Sprache und Formulierungen enthalten, die heute nicht mehr den Ansprüchen einer diskriminierungsfreien und sensiblen Ausdrucksweise entsprechen. Er wurde im historischen Kontext verfasst und bewusst unverändert gelassen, um unsere jahrzehntelange Menschenrechtsarbeit zu dokumentieren.

„Es war ungefähr vier Uhr nachmittags, als ich in einen Raum gebracht wurde, wo drei Richter und ein Staatsanwalt hinter ihren Tischen saßen. Sonst war niemand anwesend“, berichtete Parvez den Mitarbeitern des „Institute for War & Peace Reporting“, für das sein Bruder Yaqub Ibrahimi arbeitet. „Sie gaben mir einfach nur ein Blatt Papier, auf dem stand, dass ich zum Tod verurteilt worden sei. Dann brachten mich bewaffnete Wachen zurück ins Gefängnis.“

Parvez, der an der Universität von Balkh Journalismus studiert und für die nordafghanische Zeitung Jahan-e Naw arbeitet, soll einen Text aus dem Internet heruntergeladen und verteilt haben, der die Lage der Frauen im Islam kritisiert. Der 23-Jährige bestreitet dies energisch, und Menschenrechtler in aller Welt zweifeln nicht an seiner Unschuld. Für die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) liegt ein schockierender Fall von „Sippenhaft“ vor: Mit dem Todesurteil soll sein Bruder mundtot gemacht werden. Er ist einer der schärfsten Kritiker der Warlords, die in Afghanistan immer stärker an Macht gewinnen. Wegen seiner mutigen Reportagen wurden Ibrahimi und seine Familie vom Geheimdienst bedrängt, von Warlords und Taliban mit dem Tod bedroht. Schließlich wurde sein jüngerer Bruder in dem inszenierten Unrechtsprozess ohne Geständnis, ohne Rechtsbeistand und entgegen internationaler und nationaler Rechtsprinzipien zur Höchststrafe verurteilt.

Berufungsverfahren – aussichtslos?

Parvez setzt nun alle Hoffnung auf sein seit Mai 2008 laufendes Berufungsverfahren – und auf die Hilfe der internationalen Gemeinschaft. Schon ist absehbar, dass der Oberste Gerichtshof in Kabul den Fall weder zügig noch gerecht verhandelt. Erst als internationale Prozessbeobachter dem Verfahren beiwohnten, sah sich das Gericht veranlasst, die Akte einem Anwalt zu übergeben und Parvez´ Vorwurf, er sei nach seiner Verhaftung am 27. Oktober 2007 gefoltert worden, durch die Gerichtsmedizin überprüfen zu lassen. Am 15. Juni versuchte der Richter vergeblich, Parvez zu einem Geständnis zu bewegen und vertagte den Prozess erneut: „Wir haben Zeit!“

Bitte werden Sie aktiv!

Helfen Sie mit, das Leben von Parvez zu retten. Beteiligen Sie sich an unserer E-Mail-Aktion (siehe unten) für seine Freilassung. Eine Vollstreckung des Todesurteils wäre auch das Ende der Meinungs- und Pressefreiheit in Afghanistan, ein schwerer Rückschlag für die Demokratie und ein Sieg für Afghanistans Kriegsfürsten. Doch sie dürfen Zivilisten nicht länger ungehindert morden, foltern und verschleppen. Die Warlords müssen endlich aus ihren Machtpositionen entfernt und für ihre Verbrechen vor Gericht zur Rechenschaft gezogen werden!

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