Hinweis zum Sprachgebrauch in älteren Beiträgen
Der folgende ältere Beitrag kann Sprache und Formulierungen enthalten, die heute nicht mehr den Ansprüchen einer diskriminierungsfreien und sensiblen Ausdrucksweise entsprechen. Er wurde im historischen Kontext verfasst und bewusst unverändert gelassen, um unsere jahrzehntelange Menschenrechtsarbeit zu dokumentieren.
Gemeinsam mit 17 Roma-Kindern aus Göttingen im Alter von drei bis 15 Jahren hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) der Innenministerkonferenz am Freitag in Hannover einen eindringlichen Appell für ein dauerhaftes Bleiberecht langjährig geduldeter Flüchtlinge überreicht. Unterzeichnet war der GfbV-Appell vom Vorsitzenden des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen, Michael Fürst, dem Vorsitzenden des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, dem ehemaligen Hohen Repräsentanten der UN in Bosnien-Herzegowina, Prof. Christian Schwarz-Schilling, und dem Präsidenten der GfbV-International, Tilman Zülch.
„Deutschland hat viel wiedergutzumachen – auch und besonders an Kindern, den schutzlosesten Opfern des nationalsozialistischen Holocaust!“, erinnerte die GfbV an das tragische Schicksal der Kinder von Juden sowie Sinti und Roma. Die Menschenrechtsorganisation verband damit die Mahnung, den hier meist längst integrierten Flüchtlingskindern jetzt endlich eine Zukunft zu geben. „Wenn zwischen 1945 und 1950 die Integration von bis zu einer Million Kindern und Jugendlichen deutscher Vertriebener allein in Niedersachsen möglich war, dann kann das mit wenigen tausend Flüchtlingskindern heute kein großes Problem sein!“, argumentiert der GfbV-Generalsekretär Tilman Zülch. „Bitte sorgen Sie dafür, dass diese Flüchtlingskinder und ihre Angehörigen endlich in ihrer Heimat Deutschland bleiben dürfen!“
Anklagend kritisierte die GfbV die bisherige Politik der Abschiebung langjährig geduldeter Flüchtlinge und ihrer Kinder mit einem großen Transparent: „Unsere Roma-Kinder: Gestern in Auschwitz ermordet, heute aus Deutschland vertrieben!“ hieß es dort. So hängt auch die Zukunft der Roma-Kinder aus Göttingen, die an der GfbV-Mahnwache in Hannover teilnahmen, an einem seidenen Faden. Zwar wurden sie in Deutschland geboren, sind hier aufgewachsen und Deutsch ist ihre Muttersprache. Doch die meisten von ihnen sollen mit ihren Familien in den Kosovo abgeschoben werden, wenn die Härtefallkommission beim Niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport negativ über ihr Schicksal entscheidet. Schon jetzt sind die Kinder zutiefst verschreckt, weil nicht sicher ist, dass sie alle zusammen in ihrem vertrauten Zuhause Deutschland bei ihren Großeltern und der Familie ihres Onkels, bei Freunden und Bekannten bleiben dürfen.

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