Hinweis zum Sprachgebrauch in älteren Beiträgen
Der folgende ältere Beitrag kann Sprache und Formulierungen enthalten, die heute nicht mehr den Ansprüchen einer diskriminierungsfreien und sensiblen Ausdrucksweise entsprechen. Er wurde im historischen Kontext verfasst und bewusst unverändert gelassen, um unsere jahrzehntelange Menschenrechtsarbeit zu dokumentieren.
Nach den furchtbaren Terroranschlägen auf die Büros der beiden führenden kurdischen Parteien des Nordirak „Demokratische Partei Kurdistans“ (DPK) und „Patriotische Union Kurdistans“ (PUK) in Erbil hat die Gesellschaft für bedrohte Völker – International GfbV) ein deutliches Bekenntnis der deutschen Bundesregierung, der EU und der USA für die Autonomie von Irakisch – Kurdistan gefordert.
„Die Täter sind zweifellos Gegner der Selbstverwaltung des Nordirak und einer irakischen Föderation. Sie sind unter islamischen Fundamentalisten oder irakischen Chauvinisten zu suchen“, sagte Tilman Zülch, Präsident der GfbV-International, am heutigen Sonntag Abend.
„Unsere Menschenrechtsorganisation hat 30 Jahre lang den Genozid an den Kurden dokumentiert und bekannt gemacht. Etwa eine halbe Million Kurden sind in dieser Zeit vernichtet worden, allein 182.000 von ihnen bei der von Giftgasangriffen begleiteten Anfal-Offensive. Diese Verbrechen dürfen sich nicht wiederholen“, mahnte Zülch. „Deutschland, die EU und die USA haben den Aufbau der irakischen Giftgasindustrie durch europäische und deutsche Firmen toleriert. Sie sind zum Schutz der kurdischen Bevölkerung des Nord-Irak verpflichtet. Deshalb fordern wir eine starke Autonomie mit eigenen Sicherheitskräften, damit sich Genozid und Kriegsverbrechen nicht wiederholen können.“
„Die Gesellschaft für bedrohte Völker trauert um die inzwischen wohl 140 Toten. Unter ihnen ist auch unser langjähriger Freund, der stellvertretende Ministerpräsident der Region Sami Abdul Rahman“, sagte Zülch.
Die GfbV-Sektion Nord-Irak wird Ende März 2004 ihr Büro in Erbil eröffnen.

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