Hinweis zum Sprachgebrauch in älteren Beiträgen
Der folgende ältere Beitrag kann Sprache und Formulierungen enthalten, die heute nicht mehr den Ansprüchen einer diskriminierungsfreien und sensiblen Ausdrucksweise entsprechen. Er wurde im historischen Kontext verfasst und bewusst unverändert gelassen, um unsere jahrzehntelange Menschenrechtsarbeit zu dokumentieren.
Der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff soll seinen Einfluss als Mitglied des VW-Aufsichtsrates nutzen und verhindern, dass der olympische Fackellauf durch Tibet von Fahrzeugen des Autokonzerns begleitet wird. Diese Forderung hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am Montag erhoben und sie mit einer Mahnwache unter dem Motto „VW fährt für Olympia – bitte nicht durch Tibet, Herr Wulff!“ in der Innenstadt von Hannover unterstrichen. Am Montag soll auch die olympische Flamme in Peking eintreffen, um von dort aus ihre „Reise der Harmonie“ um die Welt anzutreten. Sie soll auch durch Tibet getragen werden. VW will die Fahrzeuge stellen, die den olympischen Fackellauf vom 4. Mai an quer durch alle Teile Chinas begleiten.
„Wir bitten Sie eindringlich darum, dafür zu sorgen, dass VW sich nicht für Pekings Propaganda missbrauchen lässt“, heißt es in dem Appell der Menschenrechtsorganisation an Wulff, der im Anschluss an die Menschenrechtsaktion in der Niedersächsischen Staatskanzlei übergeben wird. „Der olympische Fackellauf durch Tibet verhöhnt die Opfer der Verfolgung durch das chinesische Regime und wird unter den Tibetern Zorn und Empörung säen. Wenn die Fackel durch ihr Land getragen wird, in dem die Glaubens-und Meinungsfreiheit mit Gewalt unterdrückt wird, werden sie sich verspottet fühlen. Es kann doch nicht Ziel von Volkswagen sein, den Tibet-Konflikt noch zu verschärfen.“
Zudem werde das Image von VW, aber auch von Niedersachsen Schaden nehmen, wenn der Auto-Konzern den Vorgaben der chinesischen Regierung kritiklos folge und seine Fahrzeuge durch Tibet rollen lasse, sagte der GfbV-Asienreferent Ulrich Delius während der Mahnwache in Hannover und erinnerte daran, dass VW sich dem „Global Compact“ der Vereinten Nationen für verantwortungsvolle Unternehmensführung sowie den OECD-Leitlinien für multinationale Unternehmen verpflichtet fühle. Ausdrücklich habe der Konzern die darin festgelegten Richtlinien zur Achtung und Bewahrung der Menschenrechte als seine Unternehmensphilosophie gebilligt.
In den vergangenen drei Wochen starben in Tibet mehr als 140 Menschen bei der blutigen Niederschlagung von Protesten gegen die jahrzehntelange Unterdrückung und Verfolgung durch Peking. Rund 1.000 Tibeter wurden von chinesischen Sicherheitskräften verhaftet.
VW will einem Bericht der Wirtschaftswoche zufolge für den Fackellauf insgesamt 1000 Fahrzeuge der Marken VW, Audi und Skoda zur Verfügung stellen. Für die Beförderung von Athleten, Funktionären und ausländischen Staatsgästen sollen während der Spiele 5000 Fahrzeuge der Wolfsburger bereitstehen. Der Direktor für das Olympiamarketing bei Volkswagen in China hatte erklärt, mit dem Sponsoring solle die Marktführerschaft von VW im Reich der Mitte gesichert werden.

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