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Aktuelles News & Artikel Gezielte Angriffe auf Minderheiten in Syrien: Anschlag auf Alawiten muss aufgeklärt werden

Gezielte Angriffe auf Minderheiten in Syrien: Anschlag auf Alawiten muss aufgeklärt werden

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) verurteilt den jüngsten Anschlag auf Angehörige der alawitischen Minderheit in Syrien und fordert eine internationale Untersuchung der Gewalttat.

Am Mittwochabend (30. September), wurden sieben Angehörige der alawitischen Minderheit in Zentral-Syrien, nordwestlich der Stadt Homs, erschossen. Vier weitere Personen wurden schwer verletzt. Es handelte sich um Arbeiter und Ingenieure der Firma Al-Matin, die auf dem Heimweg von der Arbeit waren. Laut der Gesellschaft für Menschenrechte in Syrien (AHRS) und der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte (SOHR) suchten die Täter gezielt Alawiten in dem Bus auf und erschossen sie. Die meisten Ermordeten stammten aus alawitischen Dörfern, darunter auch aus dem Dorf Fahil, das bereits in der Vergangenheit Opfer von Massakern durch Islamisten geworden war.

„Trotz der Beteuerungen des islamistischen Regimes in Syrien, Minderheiten schützen zu wollen, werden diese auch fast zwei Jahre nach dem Sturz des Assad-Regimes weiter gezielt angegriffen. Todesschwadronen des Regimes ermorden gezielt Alawiten und Angehörige anderer Minderheiten, um Syrien minderheitenfrei zu machen und einen rein sunnitischen Staat zu schaffen. Auch dieser jüngste Terrorakt islamistischer Gruppen steht in direktem Zusammenhang mit der anhaltenden Gewalt gegen Alawiten in Syrien seit dem Sturz der Assad-Diktatur“, berichtete der Nahostreferent der GfbV, Dr. Kamal Sido, heute in Göttingen.

„Die Strecke, auf der sich der Anschlag ereignet hat, ist streng bewacht von Angehörigen des islamistischen Regimes in Damaskus. Das habe ich selbst erlebt, als ich im Frühjahr 2025 das alawitische Gebiet im Westen Syriens besucht habe. Angesichts dessen ist die Aussage des Regimes, dass unbekannte Täter hinter dem Anschlag stecken, nicht glaubwürdig“, betont der Nahostreferent.

Die GfbV sowie SOHR und AHRS fordern einen sofortigen und wirksamen Schutz der Alawiten und anderer Minderheiten in Syrien. Sie fordern eine unabhängige, internationale Untersuchung des Überfalls. Eine Untersuchung durch das Regime selbst sei nicht direkt oder indirekt hinter solchen Anschlägen auf Minderheiten steht.

In der alawitischen Gemeinschaft in Syrien ist die Betroffenheit nach dem Anschlag groß. Scheich Ghazal Ghazal, der Vorsitzende des Obersten Islamischen Rates der Alawiten in Syrien und im Ausland, hat drei Tage der Trauer in den alawitischen Städten und Dörfern ausgerufen. In einer der GfbV vorliegenden Erklärung fordert der alawitische Anführer alle Alawiten in Syrien dazu auf, zusammenzuhalten und sich in dieser schweren Zeit gegenseitig zu helfen. Er wirft dem Regime in Damaskus vor, diese gezielten Anschläge auf Alawiten zu organisieren, um die alawitische Gemeinschaft zu vernichten. Ferner fordert er die internationale Staatengemeinschaft dazu auf, das islamistische „Terror-Regime“ in Damaskus nicht zu verharmlosen.

Sowohl die Alawiten in Syrien als auch die Aleviten in der Türkei sind Religionsgemeinschaften, die Islamismus ablehnen und sich für eine säkulare, laizistische Ordnung einsetzen. Es gibt arabische, türkische und kurdische Alawiten und Aleviten. Weltweit gibt es schätzungsweise 20 bis 25 Millionen Alevitinnen und Alawiten. Die Mehrheit von ihnen lebt in der Türkei (zwischen 15 und 20 Millionen). In Syrien leben schätzungsweise zwei bis drei Millionen Alawiten, was 12 bis 15 Prozent der Bevölkerung entspricht. In der Türkei werden sie als Aleviten, in Syrien als Alawiten bezeichnet.

Kamal Sido

Dr. Kamal Sido

Referent für Nahost

Thematische Schwerpunkte:

  • Ethnische-, religiöse- und sprachliche Minderheiten und Nationalitäten in Nahost
  • Naher und Mittlerer Osten
  • Nordafrika

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Telefon: +49 551 49 906 18