Hinweis zum Sprachgebrauch in älteren Beiträgen
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Anlässlich des bevorstehenden Besuchs der deutschen Bundeskanzlerin in der Türkei hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) Angela Merkel am Donnerstag aufgefordert, sich deutlich für die Einführung des Kurdischen als Unterrichtssprache im türkischen Kurdistan einzusetzen. „Es kann nicht sein, dass ein türkischer Ministerpräsident Gymnasien für türkische Einwanderer in Deutschland fordert und gleichzeitig im eigenen Land für 15 Millionen alteingesessene kurdische Bürger keine einzige Schule in deren Muttersprache zulässt“, erklärte der GfbV-Bundesvorsitzende Tilman Zülch in Göttingen. „Und schließlich ist es unerträglich, dass kurdische Bürgermeister bis heute inhaftiert werden, wenn sie bei Amtshandlungen die Muttersprache ihrer Wähler verwenden.“
Merkel solle die Türkei dazu drängen, europäische Nationalitätenpolitik zu realisieren und dem Beispiel Spaniens zu folgen, sagte Zülch. Dort wurde in allen Schulen der Region Katalonien für deren sechs Millionen Einwohner das Katalanische als Unterrichtssprache oder Zweitsprache eingeführt. Die Charta der Regional- und Minderheitensprachen der Europäischen Union sieht den Schutz autochthoner, d.h. alteingesessener Sprachminderheiten vor. In Deutschland ist deshalb das Nord- und Saterfriesische im Nordosten des Landes, das Dänische in Südschleswig, das Sorbische in der Ober- und Niederlausitz sowie das Romanes der deutschen Sinti und Roma anerkannt. Ihre Schulen und Kulturinstitute werden öffentlich gefördert.
„Die in Deutschland lebenden fast 800.000 Kurden werden den Besuch der Bundeskanzlerin in der Türkei aufmerksam verfolgen“, sagte Zülch. Die Kurden werden seit dem Machtantritt Kemal Atatürks in ihrem Hauptsiedlungsgebiet im Südosten der Türkei unterdrückt oder verfolgt.
Für Nachfragen ist Tilman Zülch erreichbar unter politik@gfbv.de.

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