Zum Inhalt springen
Aktuelles News & Artikel Hilfe für Flutopfer in Südasien

"Menschen der Meere" kämpfen um ihr Überleben

Hilfe für Flutopfer in Südasien

Hinweis zum Sprachgebrauch in älteren Beiträgen

Der folgende ältere Beitrag kann Sprache und Formulierungen enthalten, die heute nicht mehr den Ansprüchen einer diskriminierungsfreien und sensiblen Ausdrucksweise entsprechen. Er wurde im historischen Kontext verfasst und bewusst unverändert gelassen, um unsere jahrzehntelange Menschenrechtsarbeit zu dokumentieren.

Göttingen
Mehr als 300.000 Menschen starben bei der Flutkatastrophe in Südasien. Die wundersame Rettung der Ureinwohner im Süden Thailands und auf den Andamanen Inseln machte Schlagzeilen in aller Welt. Fast alle Ureinwohner überlebten die Katastrophe, weil sie das Meer seit Generationen kennen und die Warnzeichen der Natur richtig deuteten. So brachten sie sich rechtzeitig auf Anhöhen in Sicherheit. Auf den Surin-Inseln in Thailand retteten Ureinwohner sogar von ihren Langbooten aus viele Touristen vor dem Ertrinken.

{bild7}

Zwar überlebten die meisten Ureinwohner die Flutkatastrophe, doch ihnen droht heute der Untergang. Denn vielerorts haben die Flutwellen ihre Boote zerstört, auf denen diese „Menschen der Meere“ traditionell einige Monate des Jahres leben und fischen. Mit der Zerstörung ihrer Boote verlieren sie nicht nur ihre Einkommensquelle, sondern auch ihre Identität. Denn das Meer steht traditionell im Zentrum ihres Lebens. Rund 5.000 „Menschen der Meere“ leben entlang der Küsten Burmas, Thailands, Indonesiens und der Philippinen.

{bild2}

Besonders hart getroffen hat es eine Gruppe von 70 „Menschen der Meere“ auf der Insel Ko Phi Phi nahe dem thailändischen Urlaubsort Phuket. Diese 27 Familien, die sich als Großfamilie der „Seeelefanten“ bezeichnet, haben alle ihre Boote und ihre am Strand errichteten Pfahlhäuser in der Naturkatastrophe verloren. Die Überlebenden sind noch immer traumatisiert. Jeden Abend ziehen sie sich auf Anhöhen im Landesinnern zurück, da sie Angst haben, die Küste könnte erneut von einer Flutwelle heimgesucht werden. Tatsächlich hat es seit dem Seebeben mehr als 400 Nachbeben gegeben.

{bild3}

Doch wenn diese Ureinwohner nicht auf das Meer zurückkehren können, droht ihnen die Zerstörung ihrer Kultur und Identität. Denn traditionell leben die „Seeelefanten“ und andere Großfamilien der Seenomaden nicht nur vom Fischfang und dem Tauchen nach Muscheln, sondern das Meer steht auch im Zentrum ihrer Kultur. Das Meer ist für sie Nahrung, Medizin, Haus, Freund und Heimat des Gottes ihrer Ahnen. Wenn ein Kind geboren wird, werfen sie die Nabelschnur ins Wasser und vergraben die Plazenta am Strand, damit ihre Ahnen das Neugeborene sein ganzes Leben lang beschützen.

{bild4}

Auf Hilfe von den thailändischen Behörden brauchen die „Menschen der Meere“ nicht zu hoffen. Denn Thailand interessiert sich nicht für ihr Schicksal, da die Seenomaden als „rückständig“ angesehen werden. Die Flutkatastrophe zeigte jedoch, dass diese „Menschen der Meere“ ein Wissen des Meeres haben, das einzigartig ist. Ihr Leben mit dem Meer ist so außergewöhnlich, dass sie Teil des Weltkulturerbes sind, das unbedingt bewahrt werden sollte.

{bild5}

Die „Menschen der Meere“ brauchen unbedingt neue Boote, um zu überleben. Die Langboote messen rund acht Meter Länge, haben aus Stroh geflochtene Aufbauten und sind mit Außenbordmotoren ausgestattet. Bitte unterstützen Sie den Bau neuer Boote mit Ihrer Spende auf das Humanitäre Konto der Gesellschaft für bedrohte Völker, Stichwort: Menschen der Meere, Ktonr. 7400 201, Postbank Hamburg, BLZ 200 100 20. Auch kleine Spenden können bereits helfen. Die Spenden sind steuerlich absetzbar und werden nur für den Bau der neuen Boote verwandt.

{bild6}

  • Mit 50 Euro können Sie bereits die Abdichtung eines Bootes mit Seilen aus Kokosfasern und Teer finanzieren,
  • 100 Euro genügen, um ein Boot zu lackieren
  • 900 Euro kostet ein gebrauchter 90 PS-Außenbordmotor
  • 1.500 Euro kostet der Bau eines neuen Bootes ohne Motor.
  • Da das Holz lange abgelagert und sehr belastbar sein muss, ist dieser Posten besonders aufwändig. Lange sind die Zeiten vorbei, in denen die Ureinwohner in den Wäldern selbst das Holz für den Bootsbau fällen durften.

    Gemeinsam handeln – Newsletter abonnieren

    Bleiben Sie informiert über unsere Menschenrechtsarbeit, Erfolge und aktuelle Kampagnen. Unser Newsletter bringt Ihnen Stimmen unserer Partner*innen, Analysen und Möglichkeiten zum Mitmachen direkt ins Postfach.