Hinweis zum Sprachgebrauch in älteren Beiträgen
Der folgende ältere Beitrag kann Sprache und Formulierungen enthalten, die heute nicht mehr den Ansprüchen einer diskriminierungsfreien und sensiblen Ausdrucksweise entsprechen. Er wurde im historischen Kontext verfasst und bewusst unverändert gelassen, um unsere jahrzehntelange Menschenrechtsarbeit zu dokumentieren.
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) begrüßt die Freilassung von 27 in Aegypten inhaftierten Kopten, denen Übergriffe auf Soldaten bei einer Demonstration in Kairo vorgeworfen werden. „Wir bedauern jedoch sehr, dass die Justizbehörden an ihren Ermittlungen gegen die Freigelassenen weiter festhalten und die Verantwortung der Armee für die Eskalation der Gewalt von offizieller Seite geleugnet wird“, erklärte GfbV-Afrikareferent Ulrich Delius am Freitag in Göttingen.
Die Kopten hatten am 9. Oktober 2011 zunächst friedlich vor dem als Maspero bekannten Sitz des staatlichen Fernsehens demonstriert. Erst durch die blutige Intervention der Armee starben 27 Menschen und 329 Personen wurden verletzt. Die meisten Opfer waren Kopten.
Nur einer der Inhaftierten, der Blogger Abd El Fattah, wird weiter in Gewahrsam gehalten. Er hatte unabhängig von den übrigen Verhafteten eine Haftbeschwerde eingereicht, über die aus formalen Gründen erst in zwei Wochen entschieden werden kann.
Das Verfahren war erst am vergangenen Montag endlich einem zivilen Richter übertragen worden. Zunächst war ein Militärgericht damit betraut. Nach Protesten aus dem In-und Ausland wurde das Verfahren schließlich an den Staatlichen Sicherheitsgerichtshof und nun an ein ziviles Gericht verwiesen. „Viele Kopten hoffen, dass nach der Freilassung der Inhaftierten und der Überweisung des Verfahrens an ein ziviles Gericht nun die Hintergründe des Maspero-Massakers und der unverhältnismäßige Einsatz von Gewalt durch Soldaten umfassend aufgeklärt werden“, sagte Delius.

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