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Aktuelles News & Artikel Keine Gerechtigkeit für Christen in Indien

Pogrom gegen Christen in Indien jährt sich zum achten Mal (Pressemitteilung)

Keine Gerechtigkeit für Christen in Indien

Keine Gerechtigkeit für Christen in Indien
Ein Mann läuft auf der Straße vor einer Mauer entlang, auf der eine Moschee, die Hindu-Gottheit Ganesha und Jesus Christus aufgemalt sind. Foto: Mat McDermott via Flickr

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Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat Indiens Justiz und Regierung schwere Versäumnisse bei der Aufarbeitung der Pogrom-ähnlichen Ausschreitungen gegen Christen in der Region Kandhamal im Bundesstaat Orissa am 23. August 2008 vorgeworfen. „Für Asiens größte Demokratie ist der Umgang mit den Opfern der Gewalt beschämend. Auch acht Jahre nach den schrecklichen Übergriffen ist nur ein Bruchteil der Täter in Haft. Viele Beschuldigte wurden freigesprochen und die Opfer der Gewalt erhielten nur unzureichend Entschädigung. Es bleibt der wenig ermutigende Eindruck, dass es für Indiens Christen keine Gerechtigkeit vor Gericht gibt“, kritisierte der GfbV-Asienreferent Ulrich Delius am Mittwoch in Göttingen. Am 23. August jähren sich zum achten Mal die blutigen Ausschreibungen von Hindu-Nationalisten gegen Christen im Kandhamal-Bezirk. Bei den akribisch geplanten Übergriffen auf Andersgläubige kamen damals rund 100 Christen zu Tode, 5.600 ihrer Häuser und 232 Kirchen oder kirchliche Einrichtungen wurden zerstört. Die Behörden räumen offiziell nur den Tod von 39 Christen ein.

Selbst Indiens Oberster Richter T.S. Thakur hat Anfang August 2016 öffentlich kritisiert, es sei „sehr verstörend“ , dass so eine „große Zahl“ von mutmaßlichen Tätern auch nach so vielen Jahren noch immer straffrei geblieben sei. Es sei „höchst irritierend“, dass von 362 eingeleiteten Gerichtsverfahren nur 78 mit Verurteilungen der Beschuldigten endeten. Indiens höchstes Gericht sprach den Opfern der Gewalt in einem nun veröffentlichten Urteil mehr Schadensersatz zu und ordnete an, dass das Oberste Gericht des Staates Orissa 315 Verfahren, die eingestellt wurden, überprüfen soll.

Zwar wurden 6.495 Personen wegen mutmaßlicher Beteiligung an der Gewalt gegen Christen festgenommen und 827 Strafverfahren registriert. Doch nur in 362 Fällen wurden tatsächlich auch Gerichtsverfahren eröffnet. Heute gelten noch rund 150 Personen als Beschuldigte. Gegen sie wird ermittelt.

„Sehr viel konsequenter ist Indiens Justiz gegen sieben Christen vorgegangen, die beschuldigt wurden, mit der Ermordung des Hindu-Führers Swami Laxmananda Saraswati die Welle der Gewalt ausgelöst zu haben. Die sieben Analphabeten wurden alle zu langjährigen Haftstrafen verurteilt, obwohl es massive Zweifel an ihrer Schuld gibt“, berichtete Delius. So räumten zwei Polizisten vor einer offiziellen Untersuchungskommission des Staates im Juni 2015 ein, dass die Vorwürfe gegen die beschuldigten Christen unbegründet seien. Trotzdem wurde das Verfahren gegen sie nicht neu aufgerollt. Sie sind noch immer in Haft.

Heaer Foto: Matt McDermott via Flickr

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