Hinweis zum Sprachgebrauch in älteren Beiträgen
Der folgende ältere Beitrag kann Sprache und Formulierungen enthalten, die heute nicht mehr den Ansprüchen einer diskriminierungsfreien und sensiblen Ausdrucksweise entsprechen. Er wurde im historischen Kontext verfasst und bewusst unverändert gelassen, um unsere jahrzehntelange Menschenrechtsarbeit zu dokumentieren.
Mit brennenden Ölfässern vor dem Konzernsitz von E.ON in Düsseldorf machten heute die Gesellschaft für bedrohte Völker mit einer Menschenrechtsaktion aufmerksam auf die Bedrohung durch Öl- und Gasförderung in Sibirien, wo weite Teile der Natur durch Jahrzehnte lange Förderung zerstört sind. Mitverantwortlich dafür ist auch E.ON, denn der Konzern ist mit 15 Prozent am Gasfeld Juschno- Russkoje auf der Jamal-Halbinsel beteiligt und ist mit Wintershall (Kassel) Partner des Gasprom-Konzerns beim geplanten Bau der Ostseepipeline. „Auf der Halbinsel, wo 61 Prozent der russischen Gas- und 15 Prozent der Ölreserven lagern, leben ca. 4.700 Nenzen als Nomaden und Rentierhalter“, erklärte Sarah Reinke, Referentin der GfbV für die GUS-Staaten, während der Kundgebung. „Ihre Lebensweise ist durch das Mega-Projekt, das mit bis zu acht Pipelines ihr Land und die Rentierweiden durchschneiden wird, akut gefährdet“.
Das Eis auf dem die kleinen Völker Sibiriens leben, wird immer dünner. Deshalb haben mehr als 2000 Menschen in ganz Deutschland mit ihrer Unterschrift von E.ON gefordert, dass der Konzern seine Verantwortung für die Ureinwohnergruppen in den russischen Gasfördergebieten wahr nimmt, sie an Entscheidungsprozessen beteiligt, Umweltstandards einhält und diese Einhaltung auch vom engen E.ON Partner, dem russischen Gasmonopolisten Gasprom fordert. Während der Kundgebung wurden diese Unterschriften einem Vertreter des Energieriesen übergeben.
„Das Gasfeld soll der Bundesrepublik Deutschland Energiesicherheit verschaffen. Aber für die Nenzen bedeutet seine Ausbeutung den Verlust ihrer Lebensgrundlage“, beklagte Reinke. „Sie leiden unter extremer Umweltbelastung und den Folgen des Klimawandels, die sie bis zu dreimal stärker zu spüren bekommen als wir in Deutschland. E.ON muss mit Vertretern der indigenen Gruppen verhandeln und in Sibirien für deren Überleben Verantwortung übernehmen“, forderte Reinke. „Der enge Kontakt zum russischen Gasmonopolisten Gasprom muss auch für die Interessen der russischen Ureinwohner und nicht nur aus wirtschaftlichen Überlegungen heraus genutzt werden“, erklärt Reinke weiter.

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