Hinweis zum Sprachgebrauch in älteren Beiträgen
Der folgende ältere Beitrag kann Sprache und Formulierungen enthalten, die heute nicht mehr den Ansprüchen einer diskriminierungsfreien und sensiblen Ausdrucksweise entsprechen. Er wurde im historischen Kontext verfasst und bewusst unverändert gelassen, um unsere jahrzehntelange Menschenrechtsarbeit zu dokumentieren.
Der Besuch des katholischen Priesters und Rechtsanwalts Celestine Xaxa in Deutschland ist brisant: Er vertritt die Interessen der 21.000 Adivasi-Ureinwohnern in Indien, die wegen eines von Deutschland unterstützten Entwicklungsprojektes zwangsumgesiedelt wurden oder ihre traditionellen Lebensgrundlagen im bergigen Norden des indischen Bundesstaates Orissa verloren haben. Der von der deutschen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) mit mehr als einer Milliarde Mark mitfinanzierte Bau des Rourkela-Stahlwerks gehört seit Jahrzehnten zum Standardprogramm jedes Erdkunde-Unterrichts in deutschen Schulen. Oft wird das Projekt als beispielhaft dargestellt. Doch die Zwangsumgesiedelten warten bis heute auf eine angemessene Entschädigung.
Auf Einladung der Gesellschaft für bedrohte Völker kommt der 60 Jahre alte Celestine Xaxa nach Göttingen, um über die Kehrseite des vermeintlichen Musterprojektes Rourkela zu berichten. Das Stahlwerk nahm vor 50 Jahren, im Januar 1959, in Anwesenheit des indischen Staatspräsidenten den ersten Hochofen in Betrieb. Wo einst Adivasi-Ureinwohner in traditioneller Wirtschaftsweise ihren Lebensunterhalt bestritten, ziehen heute düstere Rauchschwaden über Slumsiedlungen. Der früher dichte Urwald ist gerodet, 32 Dörfer wurden enteignet, 16 von ihnen völlig zerstört.
Wir laden Sie herzlich ein zu einem
Pressegespräch
am Dienstag, dem 3. November 2009,
um 11 Uhr im
Victor-Gollancz-Haus der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV),
Geiststraße 7
37073 Göttingen.
mit:
– dem indischen Priester und Rechtsanwalt Celestine Xaxa
– Dr. James Albert (Adivasi-Experte der GfbV)
– Dr. Theo Rathgeber (Leiter der Adivasi-Koordination in Deutschland)

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