Hinweis zum Sprachgebrauch in älteren Beiträgen
Der folgende ältere Beitrag kann Sprache und Formulierungen enthalten, die heute nicht mehr den Ansprüchen einer diskriminierungsfreien und sensiblen Ausdrucksweise entsprechen. Er wurde im historischen Kontext verfasst und bewusst unverändert gelassen, um unsere jahrzehntelange Menschenrechtsarbeit zu dokumentieren.
Wie die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am Freitag erfuhr, ist der Träger des Weimarer Menschenrechtspreises 2011 am vergangenen Mittwoch in der mauretanischen Hauptstadt Nouakchott nur knapp einem Attentat entgangen. Ein Polizeibeamter der Abteilung Jugendschutz hatte sich unter die Teilnehmer einer Demonstration gemischt, an der der Menschenrechtler Biram Dah Abeid teilnahm. Plötzlich zog der Polizist seine Pistole und legte auf Dah Abeid an. Leibwächter des Menschenrechtsaktivisten überwältigten den Täter, bevor er einen Schuss abgeben konnte. Danach drohte die Menge, den Angreifer zu lynchen. Polizisten intervenierten jedoch und nahmen ihren Kollegen in Gewahrsam.
Bei dem Täter handelt es sich um einen Angehörigen der Führungsschicht der Mauren, die sich gegen die von dem Menschenrechtler betriebene Freilassung schwarzafrikanischer Sklaven wehrt. „Es verwundert nicht, dass Biram Dah Abeid von einem für den Jugendschutz verantwortlichen Polizisten ermordet werden sollte“, erklärte der GfbV-Afrikareferent Ulrich Delius. „Denn in diesem Kommissariat hat er wenig Freunde, da er die dort arbeitenden Polizisten immer wieder drängt, gegen Sklavenhalter vorzugehen und sich für die Befreiung von Sklaven zu engagieren.“
Die Stadt Weimar hatte Biram Dah Abeid am 10. Dezember 2011 mit ihrem Menschenrechtspreis ausgezeichnet, weil er sich trotz akuter Lebensgefahr für die Freilassung der rund 500.000 schwarzafrikanischen Sklaven in Mauretanien einsetzt. Kurz vor seiner Auszeichnung war bekannt geworden, dass mauretanische Generäle geplant hatten, den unbequemen Mahner ermorden zu lassen.
Während Biram Dah Abeid von vielen Sklavenhaltern und ihren Angehörigen in Verwaltung, Polizei und Politik angefeindet wird, genießt er unter der Bevölkerung Mauretaniens wegen seines Engagements großes Ansehen. Erst am Dienstag hatte die arabischsprachige mauritanische Tageszeitung „Emel El Jedid“ den Menschenrechtler zum „Mann des Jahres 2011“ erklärt.

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