Hinweis zum Sprachgebrauch in älteren Beiträgen
Der folgende ältere Beitrag kann Sprache und Formulierungen enthalten, die heute nicht mehr den Ansprüchen einer diskriminierungsfreien und sensiblen Ausdrucksweise entsprechen. Er wurde im historischen Kontext verfasst und bewusst unverändert gelassen, um unsere jahrzehntelange Menschenrechtsarbeit zu dokumentieren.
Nach der Festnahme des mutmaßlichen Kriegsverbrechers Goran Hadzic muss Belgrad jetzt aufhören zu versuchen, die Schuld an den Völkermordverbrechen in Bosnien zu relativieren und die Verteidiger der bosnischen Opfer zu diffamieren, fordert die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) in Göttingen. Die internationale Menschenrechtsorganisation warf der serbischen Regierung am Mittwoch vor, sie schikaniere den früheren serbischen General Jovan Divjak mit dem Vorwurf, Kriegsverbrechen begangen zu haben. Divjak wird von den Angehörigen aller Volksgruppen, die während der mehr als dreijährigen Belagerung und Beschießung in der bosnischen Hauptstadt ausgeharrt haben, als „Retter von Sarajevo“ verehrt. Er verteidigte die 1991 bis 1995 von serbischen Truppen eingekesselte multiethnische Stadt. Dem fortwährenden Granatbeschuss und Scharfschützen fielen rund 11.000 Menschen zum Opfer, unter ihnen 1.500 Kinder. Divjak darf zurzeit Österreich nicht verlassen, nachdem er dort aufgrund eines serbischen Haftbefehls Anfang März kurzzeitig festgenommen worden war.
„Es ist gut, dass auch Hadzic verhaftet wurde“, sagte der Präsident der GfbV International, Tilman Zülch. „Nur dabei darf es nicht bleiben. Erst durch eine ehrliche Distanzierung von den Verbrechen in Bosnien und ihrer deutlichen Verurteilung kann die serbische Regierung beweisen, dass sie die überlebenden Opfern tatsächlich um Vergebung bittet und die früheren Täter nicht länger unterstützt.“

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