Zum Inhalt springen
Aktuelles News & Artikel Nach Mord an indigenem Führer in Brasilien

Illegale Goldgräber besetzen indigenes Schutzgebiet (Pressemitteilung)

Nach Mord an indigenem Führer in Brasilien

Nach Mord an indigenem Führer in Brasilien
Am Samstag sind illegale Goldgräber in das mehr als 600.000 Hektar große indigene Territorium der Wajapi im Bundesstaat Amapa eingedrungen. Ihr Führer Emyra Wajapi war am letzten Mittwoch ermordet worden. Headerbild: GfbV Schweiz, April 2019.

Hinweis zum Sprachgebrauch in älteren Beiträgen

Der folgende ältere Beitrag kann Sprache und Formulierungen enthalten, die heute nicht mehr den Ansprüchen einer diskriminierungsfreien und sensiblen Ausdrucksweise entsprechen. Er wurde im historischen Kontext verfasst und bewusst unverändert gelassen, um unsere jahrzehntelange Menschenrechtsarbeit zu dokumentieren.

Nach dem Mord an einem Indigenen-Führer in Brasilien haben illegale Goldgräber einen Teil des Schutzgebietes der indigenen Wajapi besetzt. Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) fordert, indigenes Land in dem südamerikanischen Staat wirksamer zu schützen: „Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro schürt mit seinem Werben um wirtschaftliche Erschließung geschützter Gebiete die Gewalt gegen Indigene. Er verstößt damit gegen die Verfassung und die Gesetze Brasiliens, die den Schutz indigener Territorien verlangen“, erklärte Regina Sonk, GfbV-Referentin für indigene Völker, am Montag in Göttingen. Die Menschenrechtsorganisation erinnerte daran, dass diese Schutzgebiete unter anderem durch viele Millionen Euro Entwicklungshilfe aus Deutschland eingerichtet wurden. „Jetzt wird ihr Ausverkauf betrieben und gewaltsame Übergriffe toleriert. Das verletzt Menschenrechte, schadet der Umwelt und konterkariert Deutschlands entwicklungspolitische Ziele“, so Sonk.

Am Samstag sind illegale Goldgräber in das mehr als 600.000 Hektar große indigene Territorium der Wajapi im Bundesstaat Amapa eingedrungen. Aus Angst vor Übergriffen der Goldgräber haben die indigenen Bewohner des Dorfes Mariry ihre Siedlung verlassen. Ihr Führer Emyra Wajapi war am letzten Mittwoch ermordet worden. Weitere Anführer der Wajapi forderten die Entsendung der Armee, um die Besetzung ihres Dorfes und ihres Landes durch die Goldgräber zu beenden. Sie warnten vor einem Blutbad unter der indigenen Bevölkerung. 

Illegale Goldgräber sind seit Jahrzehnten in Amazonien tätig. Immer wieder gibt es gewaltsame Übergriffe auf die indigene Bevölkerung. Von Goldsuchern eingeschleppte Krankheiten können besonders für isoliert Lebende tödlich sein. Quecksilber, das bei der Goldgewinnung verwendet wird, zerstört die Umwelt und die Lebensgrundlage indigener Völker. Die rund 1.200 Wajapi leben in mehreren Dutzend Siedlungen über das Schutzgebiet verteilt.  

Gemeinsam handeln – Newsletter abonnieren

Bleiben Sie informiert über unsere Menschenrechtsarbeit, Erfolge und aktuelle Kampagnen. Unser Newsletter bringt Ihnen Stimmen unserer Partner*innen, Analysen und Möglichkeiten zum Mitmachen direkt ins Postfach.