Zum Inhalt springen
Aktuelles News & Artikel Pakistan: Todesurteile gegen Christen – Blasphemie-Paragraphen abschaffen!

Lage von Christen in Pakistan dramatisch - Menschenrechtler fordern nach neuen Todesurteilen Abschaffung der Blasphemie-Paragraphen (Pressemitteilung)

Pakistan: Todesurteile gegen Christen – Blasphemie-Paragraphen abschaffen!

Pakistan: Todesurteile gegen Christen – Blasphemie-Paragraphen abschaffen!
Alarmiert von zwei neuen Todesurteilen gegen Christen in Pakistan hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) die Abschaffung der Blasphemie-Paragraphen im Strafgesetzbuch des Landes gefordert. Foto: Patrick aka Herjolf via Flickr CC BY-NC-ND 2.0

Hinweis zum Sprachgebrauch in älteren Beiträgen

Der folgende ältere Beitrag kann Sprache und Formulierungen enthalten, die heute nicht mehr den Ansprüchen einer diskriminierungsfreien und sensiblen Ausdrucksweise entsprechen. Er wurde im historischen Kontext verfasst und bewusst unverändert gelassen, um unsere jahrzehntelange Menschenrechtsarbeit zu dokumentieren.

Alarmiert von zwei neuen Todesurteilen gegen Christen in Pakistan hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) die Abschaffung der Blasphemie-Paragraphen im Strafgesetzbuch des Landes gefordert. In einem Fax an Premierminister Imran Khan warf die Menschenrechtsorganisation Pakistan vor, mit den umstrittenen Paragraphen Gewalt gegen religiöse Minderheiten zu schüren, statt für die Respektierung ihrer Religionsfreiheit einzutreten.

„Pakistan macht sich als Mitgliedsstaat des Menschenrechtsrates der Vereinten Nationen unglaubwürdig, wenn Gewalt religiöser Extremisten und willkürliche Verletzungen grundlegender Menschenrechte gefördert werden“, kritisierte der GfbV-Direktor Ulrich Delius am Montag in Göttingen. „Jeder Schuldspruch wegen Blasphemie schädigt international das Ansehen Pakistans. Die Regierung muss diese Gewaltspirale endlich durchbrechen, um deutlich zu machen, dass sie sich ihre Politik nicht von religiösen Extremisten vorschreiben lässt.“

Die Todesurteile gegen die beiden Brüder Amoon und Qasir Ayub ergingen am vergangenen Donnerstag. Sie waren 2011 verdächtigt worden, mit Einträgen auf ihrer bereits seit 2009 nicht mehr zugänglichen Webseite das Ansehen Mohameds beeinträchtigt zu haben. Nach drei Jahren auf der Flucht waren die beiden Christen festgenommen worden. Das Verfahren fand aus Sicherheitsgründen in einem Gefängnis statt. Noch mindestens zehn weiteren Christen droht in Pakistan das Todesurteil oder die Vollstreckung der Todesstrafe wegen angeblicher Blasphemie.     

Die GfbV erinnerte auch an das Schicksal der zum Tode verurteilten Katholikin Asia Bibi. „Obwohl sie nach jahrelanger Haft freigesprochen wurde, wird sie Weihnachten zwar mit ihrem Ehemann feiern können, aber nicht als freier Mensch“, kritisierte Delius. Asia Bibi wird von der Polizei an einem geheimen Ort festgehalten, bis im Januar 2019 das Oberste Gericht über den Einspruch religiöser Extremisten gegen ihren Freispruch entscheidet. Ohne Polizeischutz drohe ihr die Ermordung durch religiöse Fanatiker, vor deren wachsender Macht die Regierung Pakistans kapituliere.

Headerfoto: Patrick aka Herjolf via Flickr

Gemeinsam handeln – Newsletter abonnieren

Bleiben Sie informiert über unsere Menschenrechtsarbeit, Erfolge und aktuelle Kampagnen. Unser Newsletter bringt Ihnen Stimmen unserer Partner*innen, Analysen und Möglichkeiten zum Mitmachen direkt ins Postfach.