Hinweis zum Sprachgebrauch in älteren Beiträgen
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Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat an Papst Franziskus appelliert, sich bei seiner Reise nach Bangladesch für Frieden und Versöhnung in der Chittagong Bergregion einzusetzen. „Vor genau 20 Jahren endete dort ein Genozid an den indigenen Jumma mit der Unterzeichnung eines Friedensvertrages. Heute steht dieses Abkommen mehr denn je zuvor in Frage, weil es von der Regierung Bangladeschs niemals umgesetzt wurde“, erklärte der GfbV-Direktor Ulrich Delius am Donnerstag in Göttingen. „Papst Franziskus setzt sich weltweit für Frieden und Versöhnung ein. Bangladeschs indigene Bergvölker haben die Hoffnung, dass der Papst sich auch für Frieden in ihrer Region stark macht.“ Die Jumma leiden nicht nur darunter, dass Bangladeschs Regierung sich nicht an den Friedensvertrag hält, sondern sind auch ganz besonders von der Rohingya-Flüchtlingstragödie im benachbarten Burma betroffen. Denn die meisten Flüchtlinge lassen sich in ihrer lange vernachlässigten und verarmten Heimat nieder und müssen sich die wenigen Ressourcen mit der indigenen Bevölkerung der Chittagong Berge teilen.
Am 2. Dezember 1997 unterzeichneten die Jumma ein Friedensabkommen mit der Regierung Bangladeschs. Der Vertrag beendete einen seit dem Jahr 1970 andauernden Völkermord, dem rund 200.000 Indigene zum Opfer fielen. Systematisch wurden Dörfer zerstört und Angehörige der indigenen Bergvölker ermordet. Im Zuge des Vernichtungskrieges der Armee ließen sich mehr als 400.000 bengalische Siedler aus dem dichtbesiedelten Tiefland in der Bergregion nieder. Es war einer der schlimmsten Genozide Asiens seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Erklärtes Ziel der Armee war die Eroberung des Landes der Jumma, um es für muslimische Siedler aus dem Tiefland zu nutzen. Die meisten Angehörigen der 12 indigenen Völker, die sich Jumma (Bergvölker) nennen, sind Buddhisten, Christen oder Hindu.
Doch bis heute warten die 800.000 Indigenen auf eine Umsetzung des Friedensvertrages. Landraub, Angriffe auf Dorfbewohner von bengalischen Siedlern und die massive Zuwanderung von Tieflandbewohnern bestimmen noch immer das Leben der Bergvölker. Die von der Regierung zugesagte Autonomie der Region wurde nicht umgesetzt. Auch der versprochene Abzug des Militärs und die Sicherung der Landrechte der indigenen Völker wurden nicht verwirklicht. Bis heute übt das Militär weitgehende Kontrolle über die Region aus und schlägt Proteste der Bergvölker mit Waffengewalt nieder. „Es ist ein vergessener Konflikt, in dem die Bergvölker die Verlierer sind, weil sie keine maßgeblichen Fürsprecher haben. So hoffen viele Jumma nun auf klare Worte des Papstes“, sagte Delius.

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