Hinweis zum Sprachgebrauch in älteren Beiträgen
Der folgende ältere Beitrag kann Sprache und Formulierungen enthalten, die heute nicht mehr den Ansprüchen einer diskriminierungsfreien und sensiblen Ausdrucksweise entsprechen. Er wurde im historischen Kontext verfasst und bewusst unverändert gelassen, um unsere jahrzehntelange Menschenrechtsarbeit zu dokumentieren.
Als weitgehend missachtete Hauptopfer von Terror, Landraub und Folter hat die Gesellschaft für bedrohte Völker heute die 700.000 Indianer Kolumbiens bezeichnet. In einem Offenen Brief an den am Donnerstag und Freitag in Berlin weilenden kolumbianischen Präsidenten Álvaro Uribe Vélez hat die GfbV darum gebeten, die verfassungsmäßigen autonomen Landrechte indianischer Territorien zu respektieren. Nur so könnte der unaufhörliche Terror gegen Kolumbiens Ureinwohner beendet werden.
Nach Angaben des für die Aufzeichnung von Menschenrechtsverletzungen zuständigen Büros des Vizepräsidenten Francisco Santos Calderón sind zwischen Januar und September des vergangenen Jahres 76 Repräsentanten indianischer Völker ermordet worden. Darüber hinaus sind im Jahr 2003 allein bei dem indigenen Volk der Kankuamos in der Sierra Nevada de Santa Marta 40 Mordopfer zu beklagen, so die nationale Dachorganisation der Ureinwohner, ONIC (Organización Nacional Indígena de Colombia).
„Alles deutet darauf hin, dass die Ureinwohner systematisch terrorisiert und verfolgt werden, weil sie auf der in der Verfassung garantierten Autonomie ihrer Territorien bestehen und in dem bewaffneten Konflikt zwischen Armee, Paramilitärs und Guerrilla strikte Neutralität wahren“, kritisiert der Kolumbien-Experte der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV), Dr. Theodor Rathgeber.

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