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Aktuelles News & Artikel Protest gegen brasilianischen Mega-Staudamm auch in Berlin

Weltweiter Aktionstag gegen Belo Monte (22.8.)

Protest gegen brasilianischen Mega-Staudamm auch in Berlin

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Am weltweiten Aktionstag zur Verteidigung Amazoniens protestieren am heutigen Montag auch in Berlin Menschenrechtler und Umweltschützer gegen die Errichtung des Kraftwerks und Staudamms Belo Monte im brasilianischen Amazonasgebiet. Mit vielen bunten Plakaten, Transparenten und heißer Musik weisen sie darauf hin, dass das gigantische Projekt am Xingu-Fluss mitten im Regenwald die Natur zerstören und die Existenzgrundlagen der dort lebenden indigenen Gemeinschaften vernichten wird. Die Mahnwachen erst vor dem Brandenburger Tor und im Anschluss vor der Botschaft Brasiliens wurden von der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV), Rettet den Regenwald und Survival International organisiert. Zu dem weltweiten Aktionstag hat das brasilianische Aktionsbündnis Movimento Xingu Vivo para Sempre (Xingu Vivo – ewig leben!) aufgerufen. Die Proteste richten sich auch gegen die Änderung des Waldgesetzes Brasiliens, das u.a. eine Amnestie für illegale Rodungen vorsieht.

„Belo Monte wäre ein Türöffner für die weitere industrielle Erschließung des Amazonasgebietes und damit nicht nur der Beginn einer Tragödie für die Menschen, die dort leben, sondern auch eine zusätzliche Gefährdung des Weltklimas“, sagen die Organisatoren in Deutschland. „Am Rio Xingu entscheidet sich das Schicksal der „grünen Lunge“ der Erde.“ Das Projekt, für das bis zu 40.000 Menschen umgesiedelt werden müssten, würde auch das Überleben einer Gruppe Indigener, die in freiwilliger Isolation ohne Kontakt zur Außenwelt leben, gefährden, weil Bauarbeiter und Siedler Krankheiten einschleppen. Durch den veränderten Wasserstand des Flusses verlören außerdem Fischer und Kleinbauern ihre Existenz.

An Aktionen gegen Belo Monte beteiligen sich allein in Brasilien Gruppen in mehr als 20 Städten. Das gigantische Projekt wäre das drittgrößte seiner Art weltweit. Es soll vor allem Strom liefern für die Aluminiumindustrie, der mit entsprechenden Reibungsverlusten über weite Strecken transportiert werden muss. Zwar genießt die Wasserkraft den Ruf einer sehr sauberen Energieform, doch gerade in tropischen Gebieten verursachen die unter dem Wasserspiegel verrottenden Bäume und Pflanzen sehr schädliche Treibhausgase.

Die brasilianische Regierung hat zahlreiche Auflagen für die Errichtung von Belo Monte in den Bereichen Umweltschutz und Menschenrechte nicht eingehalten, darunter Auflagen der Menschenrechtskommission der Organisation Amerikanischer Staaten. In Deutschland verdienen Turbinenbauer Voith Hydro und der Mercedes-Benz-Konzern, der einen Großauftrag für 540 Baufahrzeuge erhalten hat, an der Zerstörung eines der letzten Naturparadiese mit.

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