Hinweis zum Sprachgebrauch in älteren Beiträgen
Der folgende ältere Beitrag kann Sprache und Formulierungen enthalten, die heute nicht mehr den Ansprüchen einer diskriminierungsfreien und sensiblen Ausdrucksweise entsprechen. Er wurde im historischen Kontext verfasst und bewusst unverändert gelassen, um unsere jahrzehntelange Menschenrechtsarbeit zu dokumentieren.
Die zehn kleineren Minderheiten des Kosovo müssen als dritter Partner an den morgen beginnenden Verhandlungen der so genannten Kosovo-Troika (EU, USA und Russland) mit Serben und Albanern beteiligt werden, fordert die Gesellschaft für bedrohte Völker International. „Wenn der Grundstein eines neuen multiethnischen Kosovo gelegt wird, dürfen jene nicht ausgeschlossen bleiben, die die eigentliche Vielfalt der Sprachen, Kulturen und Religionen im Kosovo repräsentieren“, sagte der Präsident der GfbV International, Tilman Zülch, am Donnerstag in Göttingen. „Die Minderheiten werden bis heute benachteiligt, verfolgt oder diskriminiert. Und ausgerechnet ihre Stimme bleibt ungehört, wenn die Mächtigen der Welt über den endgültigen Status der Provinz entscheiden wollen!
Die Minderheiten – die slawisch-muslimischen (Goranen, Torbesch/Pomaken und Bosniaken), jene indischer Abstammung (die Roma, Aschkali und „Kosovo-Ägypter“), die letzten Juden, Kroaten und Tscherkessen und nicht zuletzt die Türken brauchen, wie die Serben im Kosovo, regionale und personale Selbstverwaltung.“
Die GfbV International fordert für die Kosovo-Minderheiten ein Autonomie-Statut nach dem Beispiel der Region Südtirol in Italien. Danach sollte die ganz überwiegend von Serben bewohnte Region nördlich des Ibar und mehrheitlich von Minderheiten bewohnte Enklaven regionale Selbstverwaltung erhalten. Eine Personalautonomie muss darüber hinaus einen Proporz vorsehen, nach dem die ethnischen Minderheiten entsprechend ihrer Prozentzahl an öffentlichen Stellen und staatlichen Wohnungsprogrammen beteiligt werden. Von Albanern zerstörte Roma- und Aschkali- Dörfer müssen wieder aufgebaut und die Grundstücke zurückgegeben werden.

Gemeinsam handeln – Newsletter abonnieren
Bleiben Sie informiert über unsere Menschenrechtsarbeit, Erfolge und aktuelle Kampagnen. Unser Newsletter bringt Ihnen Stimmen unserer Partner*innen, Analysen und Möglichkeiten zum Mitmachen direkt ins Postfach.