Hinweis zum Sprachgebrauch in älteren Beiträgen
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Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat am Dienstag an Verteidigungsminister Peter Struck appelliert, die Regierung Afghanistans nachdrücklich aufzufordern, die von ihr angekündigte Entwaffnung der Milizen endlich voranzutreiben. „Für die stetige Verschlechterung der Sicherheitslage ist die Regierung unter Hamid Karsai verantwortlich, denn bis heute hat kaum ein Milizionär seine Waffen abgegeben“, kritisierte der GfbV-Asienreferent Ulrich Delius. „Für ausländische Helfer und Soldaten wird es dort immer gefährlicher.“ 40.000 Milizionäre sollten bis Ende Juni entwaffnet sein, hatte das afghanische Verteidigungsministerium noch im März vor der Geberkonferenz in Berlin erklärt.
Seit Anfang April diesen Jahres seien mehr als 50 Menschen im Süden und Südosten sowie im Norden des Landes bei Überfällen und Zusammenstößen getötet worden. Allein am vergangenen Wochenende seien elf Menschen bei bewaffneten Auseinandersetzungen getötet worden. „Viele der Opfer sterben nicht durch die Kugeln der Taliban, sondern werden von Milizionären getötet, die offiziell die Regierung Karsai unterstützen“, kritisierte Delius. So seien bei Übergriffen von Truppen des Usbeken-Generals Abdul Rasheed Dostum am vergangenen Wochenende drei Zivilisten getötet und zahlreiche Kinder verletzt worden.
2004 seien bereits mehr Mitarbeiter internationaler Hilfsorganisationen bei Überfällen in Afghanistan getötet worden als im gesamten vergangenen Jahr, sagte Delius und warnte: „Wenn die Sicherheit nicht endlich verbessert wird, kommt der Wiederaufbau des von 23 Jahren Krieg verwüsteten Landes zum Stillstand.“

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