Hinweis zum Sprachgebrauch in älteren Beiträgen
Der folgende ältere Beitrag kann Sprache und Formulierungen enthalten, die heute nicht mehr den Ansprüchen einer diskriminierungsfreien und sensiblen Ausdrucksweise entsprechen. Er wurde im historischen Kontext verfasst und bewusst unverändert gelassen, um unsere jahrzehntelange Menschenrechtsarbeit zu dokumentieren.
Ort:
Volksbühne – Roter Salon
(Rosa Luxemburg Platz, Linienstr. 227 – Berlin)
Zeit:
24.2.2007 – 21.00 Uhr
Eintritt: 5 Euro
Einlass und informelle Gespräche: 20.00 Uhr
Irena Brezna:
Über den Körper hinaus.
Offener Brief an die tschetschenische Menschenrechtlerin Sainap Gaschaeva [ 2001 ]
aus: Die Sammlerin der Seelen Unterwegs in meinem Europa Aufbau-Verlag [2003]
Meret Becker, Apti Bisultanov, Felicitas Hoppe, Harald Martenstein
lesen aus: Zu wissen, dass du noch lebst; Kinder aus Tschetschenien erzählen. Aufbau Taschenbuchverlag [ 2006 ]
Der Mord an der bekannten russischen Journalistin Anna Politkowskaja, die seit vielen Jahren auf das Elend der Zivilbevölkerung in Tschetschenien aufmerksam machte, hat den Blick der internationalen Öffentlichkeit nicht nur auf Russland, sondern auch auf die Republik im Nordkaukasus gelenkt. Dort wurden zwischen 1994 und 1996 und ab 1999 zwei grausame Kriege geführt.
„Fast die Hälfte der Bevölkerung Tschetscheniens ist dieser Tragödie, dem Krieg der russischen Besatzer […] zum Opfer gefallen: getötet, verwundet, gefoltert, vergewaltigt, verschleppt, gezwungen zur Flucht“, schreibt Klaus Bednarz im Vorwort des von Memorial herausgegebenen Buches „Zu wissen, dass du noch lebst. Kinder aus Tschetschenien erzählen“, das in der Lesung vorgestellt wird. Hier schildern Schülerinnen und Schüler bewegende Schicksale von Müttern und Vätern, Kindern und Greisen. Zentrales Thema in den Aufsätzen der Kinder ist auch die Deportation des tschetschenischen Volkes. Die am 23. Februar 1944 begonnene Vertreibung hat sich fest in das nationale Gedächtnis der Tschetschenen eingebrannt; das Datum soll Anlass zum Gedenken sein.
Der Krieg ist zu Ende, aber bis heute ist kein Frieden eingekehrt. Willkürliche Verhaftungen, Folter und Mord verbreiten immer noch Angst und Schrecken. Irena Brezna, die aus ihrem offenen Brief an die tschetschenische Menschenrechtlerin Sainab Gaschaeva liest, beschreibt in ihrem prämierten Text die fatalen Folgen von Folter und Terror am tschetschenischen Volk.
Den Opfern, besonders den Kindern aus Tschetschenien, eine Stimme zu geben, ist Anliegen der Veranstaltung. Wir wollen aber nicht stehen bleiben bei der Betroffenheit über Leid und Elend, sondern Initiativen vorstellen, die sich für die Einhaltung der Menschenrechte in Tschetschenien einsetzen und die zur Mitarbeit aufrufen. Zu einem Abend für die vergessenen Opfer des Krieges in Tschetschenien laden wir Sie sehr herzlich ein.
Zur Website der VOLKSBÜHNE
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Hinweis in eigener Sache:
Die GfbV führt ein Tschetschenientagebuch. Dort dokumentieren wir die Lage in Tschetschenien jenseits der großen Schlagzeilen. Es soll dazu beitragen, die Blockade gerade von Nachrichten über die anhaltenden Menschenrechtsverletzungen in der Republik aufzuweichen. ZUM TSCHETSCHENIENTAGEBUCH
Außerdem:
Seit Anfang Februar 2007 gibt es ein Blog zu „Krieg, Flucht und Hilfe“, in dem auch viele tschetschenische Schicksale aufgegriffen werden. ZUM BLOG „NACHDENKEN ÜBER KRIEG, FLUCHT, HILFE“

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