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Aktuelles News & Artikel US-Außenpolitik nach den Midterms: Minderheiten befürchten Kontinuität

US-Außenpolitik nach den Midterms: Minderheiten befürchten Kontinuität

Viele Angehörige der Minderheiten in Syrien, der Türkei und dem Irak begrüßen die Wahlniederlage Trumps bei den kürzlichen Zwischenwahlen in den USA, befürchten jedoch eine Fortsetzung seines für sie gefährlichen Kurses. Das berichtet die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) im Nachgang zu den Wahlen. „Die Menschen wissen, dass der außenpolitische Kurs der USA vom Weißen Haus bestimmt wird und nicht vom Kongress, in dem die Republikaner ab Januar in der Minderheit sein werden. Trumps Leute im Nahen Osten wie der US-Diplomat und Sonderbeauftragte für Syrien und den Irak sowie Botschafter in der Türkei, Tom Barrack, werden wahrscheinlich weiterhin die türkische Regierung unter Erdogan und die islamistischen Machthaber in Syrien unterstützen“, erklärt Dr. Kamal Sido am heutigen Freitag in Göttingen. „Tom Barrack und andere Diplomaten im Dienste Trumps unterstützen das Regime in Damaskus und schweigen zu den täglichen brutalen Angriffen auf Alawiten, Kurden, Drusen, Frauen und die syrische Demokratiebewegung insgesamt. Sie gehen sogar noch weiter und setzen Israel unter Druck, die Drusen in Syrien fallen zu lassen. Diese dubiose Politik ist für mich nicht nachvollziehbar.“

Währenddessen gebe es zunehmend Korruptions-Vorwürfe gegen Tom Barrack. Einem Reuters-Bericht vom 9. Oktober 2026 zufolge soll sich der Diplomaten für die Beteiligung von TI Capital, einer Investmentfirma seines langjährigen Geschäftspartners, an einem 15-Milliarden-Dollar-Projekt zur Wiederinbetriebnahme der Ölpipeline eingesetzt haben. „Diese Pipeline verläuft vom Irak über Syrien zum Mittelmeer und dient dem Transport von irakischem Erdöl unter Umgehung der Straße von Hormuz. Der US-Gesandte für dieses Gebiet soll nur noch an seine privaten Geschäfte mit der Türkei, Katar und anderen Ländern denken. Abseits von Interessenskonflikten spielt er damit genau jenen Kräften in die Hände, die für die zahlreichen ethnischen und religiösen Minderheiten in diesem eine große Gefahr darstellen“, sagt Sido.

In den deutschen Medien würden diese Zusammenhänge nicht mit der gleichen Aufmerksamkeit verfolgt, wie Trumps Deals mit Putin. Auch in der deutschen Außenpolitik spiele das Thema keine Rolle. „Die meisten US-Wähler sehen das offenbar anders. Sie haben nicht nur klar gegen die Nahost-Politik ihres Präsidenten votiert, sondern auch gegen Korruption und Selbstbereicherung. Vielleicht täte auch die deutsche Bundesregierung gut daran, Leuten wie Herrn Barrack mehr Aufmerksamkeit zu schenken“, so Sido.

Kamal Sido

Dr. Kamal Sido

Referent für Nahost

Thematische Schwerpunkte:

  • Ethnische-, religiöse- und sprachliche Minderheiten und Nationalitäten in Nahost
  • Naher und Mittlerer Osten
  • Nordafrika

E-Mail: k.sido@gfbv.de

Telefon: +49 551 49 906 18