Hinweis zum Sprachgebrauch in älteren Beiträgen
Der folgende ältere Beitrag kann Sprache und Formulierungen enthalten, die heute nicht mehr den Ansprüchen einer diskriminierungsfreien und sensiblen Ausdrucksweise entsprechen. Er wurde im historischen Kontext verfasst und bewusst unverändert gelassen, um unsere jahrzehntelange Menschenrechtsarbeit zu dokumentieren.
Der Sieg der Demokratischen Partei bei den Wahlen zum US-Kongress kann für die Gwich´in-Indianer in Alaska zur entscheidenden Wende im Kampf gegen die Ölförderung im Alaska National Wildlife Refuge (ANWR) werden. Denn anders als die Republikanische Partei unterstützen die Demokraten seit jeher den Erhalt dieses auch als „Serengeti der Arktis“ bezeichneten Schutzgebietes. „Nur wenn das ANWR, eines der ältesten Naturschutzgebiete der USA, von der Öllobby verschont bleibt, haben die rund 7000 Gwich´in-Indianer eine Chance zur Bewahrung ihrer traditionellen Lebensweise“, erklärte die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am Mittwoch.
Als Jäger sind die Gwich´in bis heute von der 130.000 Tiere zählenden Porcupine-Karibu-Herde abhängig, die im ANWR ihre Jungen zur Welt bringt und aufzieht. Schon durch den Aufbau einer für die Ölbohrungen notwendigen Infrastruktur werden die Tiere so gestört, dass sie ihre Wanderwege ändern und damit für die Indianer unerreichbar werden.
Präsident George W. Bush will mit der Erschließung heimischer Ölquellen sein Land von Ölimporten aus Staaten wie Iran oder Venezuela unabhängiger machen und die Benzinpreise senken. Er ist bereit, dafür auch Naturschutzgebiete zu opfern. Doch das Vorkommen im ANWR, dem letzten noch unberührten Naturparadies der USA, würde den US-Bedarf höchstens sechs Monate decken, meinen unabhängige Studien. Auch würde es den Benzinpreis allenfalls um einen Cent senken helfen, erklären Umweltschützer.
Seit 1995 versucht die Republikanische Partei mit immer neuen Gesetzesinitiativen, den Schutzstatus des ANWR aufzuheben. Zuletzt war sie damit im Frühjahr mit einer Abstimmung im damals noch republikanisch dominierten Repräsentantenhaus erfolgreich. Doch Gesetze bedürfen der Zustimmung beider Kammern des Kongresses. Eine Zustimmung des Senats aber, in dem die Demokraten ebenfalls kräftig hinzugewonnen haben, ist kaum noch zu erwarten.

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