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Aktuelles News & Artikel Vietnam: Nach Demonstration für Religionsfreiheit Ureinwohner zu hohen Haftstrafen verurteilt

Vietnam: Nach Demonstration für Religionsfreiheit Ureinwohner zu hohen Haftstrafen verurteilt

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Mit Empörung hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) auf die Verurteilung von neun vietnamesischen Ureinwohnern zu hohen Haftstrafen reagiert. „Statt die Verantwortlichen für die Massaker an Ureinwohnern im April 2004 zur Rechenschaft zu ziehen, verweigert Vietnams Unrechtsjustiz den indigenen Völkern wieder einmal die Gerechtigkeit“, kritisierte der GfbV-Asienreferent Ulrich Delius am Montag in Göttingen. Die Ureinwohner von der Gruppe der Ede waren Mittwoch und Donnerstag vergangener Woche zu Haftstrafen zwischen fünf und zwölf Jahren verurteilt worden, weil sie Ostern an Demonstrationen der Indigenen für mehr Religionsfreiheit und die Anerkennung ihrer Landrechte mitgewirkt hatten. Die Proteste waren blutig niedergeschlagen worden. Nach Informationen der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch waren damals mindestens zehn Ureinwohner getötet und Dutzende verletzt worden. Betroffene schätzen, dass die Zahl der Getöteten weit höher liegt. Das brutale Vorgehen der Sicherheitskräfte hatte weltweit Aufsehen erregt. Bislang wurde keiner der Verantwortlichen für das Blutbad zur Rechenschaft gezogen.

Die vor allem im Bergland lebende indigene Bevölkerung Vietnams wird sowohl aufgrund ihres überwiegend protestantischen Glaubens als auch wegen ihrer Proteste gegen den Verlust ihres traditionellen Territoriums verfolgt. Zehntausende Ureinwohner haben ihr Land an Kaffeeplantagen verloren. Vietnam ist Deutschlands zweitwichtigster Lieferant für Rohkaffee. Rund zwei Drittel der eine Million Protestanten in Vietnam sind Ureinwohner. Die Protestanten stellen 1,2 Prozent, die sieben Millionen Katholiken zehn Prozent der Gesamtbevölkerung.

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