Hinweis zum Sprachgebrauch in älteren Beiträgen
Der folgende ältere Beitrag kann Sprache und Formulierungen enthalten, die heute nicht mehr den Ansprüchen einer diskriminierungsfreien und sensiblen Ausdrucksweise entsprechen. Er wurde im historischen Kontext verfasst und bewusst unverändert gelassen, um unsere jahrzehntelange Menschenrechtsarbeit zu dokumentieren.
Alle Befürchtungen sind leider wahr geworden: Am 25. März hatte es in Minsk und anderen Städten Weißrusslands Demonstrationen gegeben. An diesem Tag feiern Weißrussen im Land und in der Diaspora traditionell den „Tag des Willens“ und erinnern damit an die Gründung der Belorussischen Volksrepublik 1918.
Dieses Jahr fanden die Versammlungen in Weißrussland gegen die so genannte „Schmarotzersteuer“ statt. Rund 1.000 Demonstranten, unter ihnen viele Journalisten, wurden festgenommen, das Büro der wichtigen Menschenrechtsorganisation VESNA durchsucht. Die Demonstranten riefen: „Genug“, „Lukaschenko weg!“ und „Es lebe Belarus“.
Nikolai Statkevich, ein Vertreter der belorussischen Opposition, wurde auch festgenommen und am 27. März wieder freigelassen.
Wieder hat Präsident Lukaschenko mit Gewalt reagiert. Die internationalen Organisationen wie die OSZE und EU protestierten. Doch viele Kommentatoren werten die Ereignisse als Zeichen dafür, dass der weißrussische Diktator wieder einen Schritt auf Russland zugegangen und nicht zu Reformen bereit ist.

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