Hinweis zum Sprachgebrauch in älteren Beiträgen
Der folgende ältere Beitrag kann Sprache und Formulierungen enthalten, die heute nicht mehr den Ansprüchen einer diskriminierungsfreien und sensiblen Ausdrucksweise entsprechen. Er wurde im historischen Kontext verfasst und bewusst unverändert gelassen, um unsere jahrzehntelange Menschenrechtsarbeit zu dokumentieren.
Liebe Leserin, lieber Leser,
Wasser bedeckt etwa 70 Prozent unserer Erdoberfläche. Wie das Wasser genau auf unsere Erde gekommen ist, darüber gibt es verschiedene Theorien. Manche Geologen halten es für am wahrscheinlichsten, dass das Wasser von Anfang an im Gestein unserer Erde eingeschlossen war. Andere glauben, dass vor rund vier Milliarden Jahren wasserhaltige Asteroiden auf der Erde einschlugen und dabei ihr Wasser freisetzten.
Egal, wie es nun am Ende auf die Erde kam – wo Wasser ist, kann Leben entstehen. Wo Wasser fehlt, vertrocknet die Welt. Im Sommer 2018 konnten wir dieses Phänomen in Deutschland beobachten: braune statt grüne Landschaften, Waldbrande, vertrocknete Wiesen, extreme Ernteausfalle. Seit Beginn der Wetteraufzeichnung war nur der Sommer im Jahr 1911 trockener. Meteorologen sehen im Klimawandel den Grund für die Hitze und Trockenheit im vergangenen Sommer.
Klimaveränderungen sind eine Ursache für ausbleibendes Wasser. Ein weiterer, ebenso von Menschenhand geschaffener Grund, sind Stauseen zur Energiegewinnung. Während die Heimat der einen durch das Wasser des aufgestauten Flusses untergeht, sind die anderen flussabwärts vom Wasser abgeschnitten. Sie lechzen nach jedem Tröpfchen der lebensspendenden Flüssigkeit. Zu viel oder zu wenig Wasser – beides bedeutet Katastrophen für die Menschen, die Tiere, die Natur. Besonders die Rechte von Minderheiten finden hierbei kaum Beachtung.
Wasser kann so viele Bedeutungen bekommen: Als (vergiftetes) Trinkwasser, als Konflikttreiber, als Handelsweg, als Musikinstrument, als neue „Person“. Sie haben richtig gelesen. In Neuseeland wurde ein Fluss als juristische Person anerkannt. So sollen seine Rechte, aber auch die Rechte des indigenen Volkes an seinen Ufern besser geschützt sein. Vielleicht wird diese neue Art der Rechtsprechung als Vorbild für Länder weltweit dienen.
Tauchen Sie mit dieser Ausgabe ein in die Welt der Seen und Meere, Bäche und Flüsse, Rinnsale und Fluten. Die verschiedensten Bedeutungen von Wasser warten auf Sie.
Ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre!
Herzliche Grüße
Johanna Fischotter
Redakteurin
aus „bedrohte Völker – pogrom“ Nr. 309, 06/2018
Lesen Sie weiter
Am Nil droht Krieg

Ein Paradies erstickt

Wassermusik aus Zentralafrika

Wasser ist Leben

Trumps Ignoranz gegenüber Native Americans

Indigene Völker und Naturschutz: Wächter über die Natur

Der Erde eine Stimme geben

„Weil du ein Zigeuner bist, sonst nichts“

Muslime des hohen Nordens


Gemeinsam handeln – Newsletter abonnieren
Bleiben Sie informiert über unsere Menschenrechtsarbeit, Erfolge und aktuelle Kampagnen. Unser Newsletter bringt Ihnen Stimmen unserer Partner*innen, Analysen und Möglichkeiten zum Mitmachen direkt ins Postfach.

