35 Jahre nach der Unterzeichnung des Städtepartnerschaftsvertrags zwischen Heidelberg und Simferopol auf der Krim richtet eine Veranstaltung den Blick auf die Geschichte, Kultur und aktuelle Lage der Krimtataren. Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) und das Institut für Caucasica-, Tatarica- und Turkestan-Studien (ICATAT) laden am Samstag, 12. September 2026, um 19 Uhr ins Deutsch-Amerikanische Institut Heidelberg, Sofienstraße 12, 69115 Heidelberg, ein.
Die Krimtataren sind eines der Indigenen Völker der Krim. Seit der russischen Besetzung der Halbinsel im Jahr 2014 sind sie Repression ausgesetzt. Willkürliche Festnahmen, Hausdurchsuchungen, Verschleppungen und lange Haftstrafen gehören zum systematischen Vorgehen der russischen Besatzungsbehörden gegen die Bevölkerung. Die Veranstaltung will die Perspektive der Krimtataren sichtbar machen und über ihre Geschichte, Kultur und politische Bedeutung informieren.
Im Mittelpunkt des Abends steht das neu erschienene Buch „Die Krimtataren – Geschichte, Kultur, Politik“. Die Herausgeber Dr. Mieste Hotopp-Riecke, Leiter des ICATAT und international anerkannter Krimtataren-Experte, und Sarah Reinke stellen das Buch vor und ordnen die aktuelle Menschenrechtslage auf der Krim ein.
Die krimtatarische Autorin und Aktivistin Elnara Nuriieva-Letova und die vielfach ausgezeichnete Journalistin, Schriftstellerin und Publizistin Irena Brežná lesen aus ihren Texten. Ausschnitte aus einer Dokumentarfilm-Serie über krimtatarische Spuren in Deutschland ergänzen das Programm.
„Heidelberg und die Krim verbindet seit 1991 eine Städtepartnerschaft, die seit 2014 ruht. Viele Heidelberger kennen die Halbinsel dadurch. Mit unserer Veranstaltung wollen wir die Verbindung zwischen Heidelberg und der Krim lebendig halten und zugleich den Blick auf die Menschen richten, die ihre Heimat durch die Besatzung verlieren“, erklärt Sarah Reinke, Menschenrechtlerin der Gesellschaft für bedrohte Völker.
Die Veranstalter wollen auch ein Zeichen gegen russische Propaganda und Desinformation über die Krim setzen. Gerade angesichts der aktuellen Diskussion über eine mögliche Abtretung der Krim an Russland sei es wichtig, die Geschichte und Perspektiven der Krimtataren sichtbar zu machen. Die Veranstaltung wird von der Heinrich-Böll-Stiftung Baden-Württemberg gefördert.

Sarah Reinke
Geschäftsführerin Menschenrechtsreferate
Thematische Schwerpunkte:
- Osteuropa
- Ukraine
- Armenien
- Sudan
E-Mail: s.reinke@gfbv.de
Telefon: +49 551 49906 13
