Die Asháninka sind ein Indigenes Volk, das in Brasilien und Peru beheimatet ist. Ihr Siedlungsgebiet erstreckt sich von der Region des oberen Juruá und dem rechten Ufer des Envira-Flusses in Brasilien bis zu den Hängen des Andengebirges in Peru. Es umfasst einen Teil der Becken der Flüsse Urubamba, Ene, Tambo, Alto Perene, Pachitea, Pichis, Alto Ucayali sowie die Regionen Montaña und Gran Pajonal. Die Zahl der Asháninka wird auf 100.000 geschätzt. Etwa 3.000 leben in Brasilien, im Bundesstaat Acre.
Die Lage der Asháninka heute
Sowohl in Peru als auch in Brasilien mussten die Asháninka seit der Ankunft der Europäer*innen um das Überleben ihrer Gemeinschaft und ihrer Kultur kämpfen.
Immer wieder dringen Holzfäller und Drogenschmuggler in Asháninka-Territorien ein und gehen gewaltsam gegen die indigenen Gemeinschaften vor. Holzfirmen stehlen seltene Tropenhölzer in der Regenwaldregion, um diese auch in Europa und Asien zu vermarkten. Die Drogenmafia baut Schmuggel-Routen durch das Gebiet. Der Kampf der Asháninka für den Erhalt ihrer Wälder und ihrer Territorien bringt sie immer wieder in Gefahr. 2014 wurden vier peruanische Asháninka aus der Gemeinde Saweto auf dem Weg zur Asháninka-Gemeinde Apiwtxa in Brasilien von Holzfällern ermordet.

Aktivist*innen riskieren weltweit ihre Freiheit, ihre Sicherheit – und oft ihr Leben. Der indigene Menschenrechtsverteidiger Benki Piyãko stellt sich seit Jahren mutig der Holzmafia im brasilianischen Regenwald entgegen. Durch sein Engagement befindet er sich in ständiger Lebensgefahr.
Er steht beispielhaft für Aktivist*innen weltweit, die starke, solidarische Verbündete brauchen.
Helfen Sie mit, Aktivist*innen zu schützen!
Das gelingt nur durch konsequentes Engagement. Mit Ihrer Spende ermöglichen Sie langfristigen Schutz für gefährdete Menschenrechtsverteidiger*innen. Tragen Sie bei, um:
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- Gemeinschaften zu stärken, die unter Druck stehen
Die Asháninka vom Fluss Amônia in Brasilien – Ein Beispiel für Stärke und Urwaldschutz
Die Asháninka-Gemeinschaft Apiwtxa am Fluss Amônia in Brasilien, deren Land bereits 1992 anerkannt wurde, gestaltet ihre Zukunft aktiv. Sie kämpft gegen die Holzfirmen und die Drogenmafia und für eine umweltfreundliche wirtschaftliche Entwicklung der gesamten Grenzregion zwischen Brasilien und Peru. Die Apiwtxa-Gemeinschaft ist Vorreiter im Umweltschutz und im Engagement für die Stärkung indigener Gemeinschaften der Region. Auch in vielen anderen Gemeinden der Grenzregion verstärken illegale Abholzung, Goldabbau und der illegale Bau von Landstraßen die Umweltprobleme. Die Folgen der Zerstörung bekommen die Asháninka aus Apiwtxa zu spüren, denn sie leben von allem, was die Natur ihnen gibt. Sie jagen und fischen und bauen Gemüse und Früchte für den Eigenbedarf an. Daher sind sie auf eine intakte Umwelt und saubere Flüsse angewiesen.
Ein Wegweiser für die ganze Welt
Der Asháninka-Vertreter Benki Piyãko aus der Gemeinschaft Apiwtxa setzt sich seit seiner Jugend dafür ein, indigenen und nicht-indigenen Gemeinschaften einen nachhaltigen Lebensstil nahezubringen und ihr Bewusstsein für den Regenwald zu stärken. Um das zu erreichen, gründete er 2018 das Institut „Yorenka Tasorentsi“ („Wissen des Schöpfers“). Er bezieht die Bewohner*innen der Region und aus ganz Brasilien mit ein, damit sie über die Bedeutung von Umweltschutz lernen und später als Multiplikatoren agieren können. Das Institut Yorenka Tasorentsi soll auf diese Weise den Dialog und das Verständnis für Umweltschutz unter indigenen und nicht-indigenen Gemeinschaften fördern. Schon sein Großvater, Samuel Piyãko, hatte erkannt, dass er die nicht-Indigenen mit einbeziehen muss, um den Regenwald effektiv zu schützen. Das Ziel dieser Arbeit ist es, Menschen weltweit zu erreichen, um sie von einem nachhaltigen Umgang mit dem Regenwald zu überzeugen.
Einsatz der GfbV zum Schutz der Asháninka
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) arbeitet seit 2004 mit den Asháninka zusammen, um ihre Rechte zu schützen. Im Jahr 2004 dran eine peruanische Holzfirma in das Territorium der Asháninka ein. Unser führte zu internationalem Druck, sodass die Regierungen von Peru und Brasilien aktiv wurden: Das Militär unterband die Invasionen auf das Asháninka-Gebiet und beschlagnahmte illegal gefälltes Holz.
Seit 2010 begleiten wir Asháninka-Vertreter*innen zu verschiedenen UN-Weltklimakonferenzen und zu UN-Treffen in Genf und New York. Durch unser Engagement hat der Asháninka-Vertreter Benki Piyãko 2013 den Menschenrechtspreis der Stadt Weimar verliehen bekommen. Im Jahr 2017 haben wir erreicht, dass der „Equator Prize“ der Vereinten Nationen an die brasilianische Asháninka-Gemeinschaft Apiwtxa ging. Wir unterstützen die Asháninka mit Lobbyarbeit und informieren das Auswärtige Amt und die Menschenrechtskommission des EU-Parlaments, wenn akute Gefahrensituation eintreten.
Stand: Juni 2026
Autorin: Dr. Eliane Fernandes
Redaktion: Sarah Neumeyer






