Die Krim ist eine Halbinsel der ((Ukraine)) im Norden des Schwarzen Meeres. Sie ist durch die Landenge von Perekop mit dem ukrainischen Festland verbunden. Im Osten grenzt sie an das Asowsche Meer. Mit einer Fläche von etwa 27.000 Quadratkilometern – etwas kleiner als das Bundesland Brandenburg – ist die Krim seit jeher von strategischer Bedeutung. Ihre Lage machte sie zu einem begehrten Handelsplatz, einem militärischen Stützpunkt und einem Schauplatz geopolitischer Konflikte. Seit der völkerrechtswidrigen Annexion durch Russland im Jahr 2014 steht die Halbinsel erneut im Zentrum internationaler Spannungen. Doch die Krim ist weit mehr als ein Konfliktschauplatz: Sie ist Heimat für eine multiethnische Bevölkerung, geprägt von einer komplexen Geschichte und einer einzigartigen Landschaft. Die Krim ist Heimat mehrerer Indigener Völker: zu diesen Zählen die Krimtatar*innen, Karaim*innen und Krimtschak*innen.
Geografische und kulturelle Vielfalt
Die Krim lässt sich in drei Landschaftszonen unterteilen: Im Süden erhebt sich das Krimgebirge mit seinem höchsten Punkt, dem Orman-Qoş (1.545 Meter), das parallel zum Schwarzen Meer verläuft. Hier herrscht ein subtropisches Klima, das an die Mittelmeerküste erinnert. Im Norden erstreckt sich eine weite Steppenlandschaft, die etwa 75 Prozent der Halbinsel bedeckt und von trockenem Klima geprägt ist. Die Landwirtschaft in dieser Region ist nur dank künstlicher Bewässerung möglich, die seit den 1960er Jahren durch den Nord-Krim-Kanal aus dem Dnjepr gesichert wird. Im Osten bildet die Halbinsel Kertsch eine „Halbinsel in der Halbinsel“, bekannt für ihre eisenerzhaltigen Böden und Mineralquellen.
Bevölkerung: Ein Schmelztiegel der Kulturen
Die Krim ist seit Jahrhunderten Heimat verschiedener ethnischer Gruppen. Neben Ukrainer*innen und Russ*innen leben hier vor allem die Krimtatar*innen, das Indigene Volk der Halbinsel. Bis zur Annexion durch Russland 2014 machten Krimtatar*innen etwa 12 Prozent der Bevölkerung aus. Russ*innen stellten die Mehrheit der Bevölkerung. Diese Zusammensetzung der Bevölkerung ist historisch bedingt. Ende des 18. Jahrhunderts eroberte das Russische Reich die Krim. Viele Krimtatar*innen flohen daraufhin ins Osmanische Reich. Unter Stalin wurden die Krimtatar*innen 1944 kollektiv nach Mittelasien deportiert – ein Verbrechen, das heute als Völkermord anerkannt ist. Erst in den 1990er Jahren durften sie in ihre Heimat zurückkehren.
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Historische Wegmarken: Von der Antike bis zur Annexion
Die Geschichte der Krim reicht bis in die Antike zurück. Griechische Kolonien wie Chersonesos und Pantikapaion prägten die Küsten, später folgten römische, byzantinische und genuesische Einflüsse. Im 15. Jahrhundert entstand das Krim-Khanat, ein Vasallenstaat des Osmanischen Reiches. Nach der russischen Eroberung 1783 gliederte Katharina die Große die Krim ins Russische Reich ein, was zu einer massiven Russifizierung und der Vertreibung vieler Krimtatar*innen führte. Im 19. und 20. Jahrhundert wurde die Halbinsel Schauplatz des Krimkriegs (1853–1856) und des Zweiten Weltkriegs. 1954 übertrug die Sowjetunion die Krim an die Ukrainische SSR – ein Akt, der 1991 mit der ukrainischen Unabhängigkeit international anerkannt wurde. 2014 besetzte Russland die Krim militärisch und annektierte sie in einem völkerrechtswidrigen Referendum.
Wirtschaft: Zwischen Tourismus und Militär
Die Wirtschaft der Krim basiert traditionell auf Landwirtschaft (Obst, Gemüse, Weinbau) und Tourismus. Besonders die Südküste mit Städten wie Jalta und Sewastopol war ein beliebtes Urlaubsziel für sowjetische und russische Tourist*innen. Seit 2014 baut Russland die Krim zu einem militärischen Stützpunkt aus: Sewastopol ist Hauptquartier der russischen Schwarzmeerflotte. Die Halbinsel dient als Ausgangspunkt für Angriffe auf die Ukraine. Die wirtschaftliche Abhängigkeit von Russland und die internationale Isolation haben die Lebensbedingungen der Bevölkerung verschlechtert.
Politische Lage: Besatzung und Widerstand
Seit 2014 ist die Krim von Russland völkerrechtswidrig besetzt. Russland regiert die Krim als „Republik Krim“ und „Stadt von föderaler Bedeutung Sewastopol“. Die Bevölkerung leidet unter Repressionen: Politische Gegner*innen werden verfolgt, Medien verboten oder zensiert und die krimtatarische Kultur unterdrückt. Viele Krimtatar*innen und pro-ukrainische Aktivist*innen sind ins Exil geflohen. Die Krim ist dadurch nicht nur ein geopolitischer Konfliktpunkt, sondern auch ein Symbol für den Kampf um Selbstbestimmung und Menschenrechte.
Stand: März 2026
Autor: Sarah Reinke
Redaktion: Sarah Neumeyer
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